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Palästinenser und EU kritisieren US-Ausstieg aus UN-Hilfswerk

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Palästinenser und EU kritisieren US-Ausstieg aus UN-Hilfswerk

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Palästinensische Flüchtlinge haben schockiert auf den Ausstieg der USA aus dem UN-Hilfswerk UNRWA reagiert. Das Hilfswerk kümmert sich um die rund fünf Millionen registrierten Flüchtlinge, die im Zusammenhang mit der Staatsgründung Israels 1948 vertrieben wurden oder geflohen sind, sowie ihre Nachfahren.

"Kaum Geld für Bleistifte"

Eine von ihnen ist Salwa Abu Amireh. Sie lebt im Flüchtlingslager "Al-Shati" in Gaza und sagt: "Wir alle bauen auf das UNRWA. Wie wollen sie uns die Mittel streichen und uns im Stich lassen? Die Kinder brauchen Blöcke und Stifte für den Unterricht, Schulranzen und Schulkleidung. Ihre Eltern können ihnen kaum Bleistifte kaufen."

EU fordert USA zum Überdenken der Entscheidung auf

Die Europäische Union hat den Ausstieg der USA aus dem Hilfswerk bedauert und Washington zum Überdenken des Zahlungsstopps aufgefordert. Die Entscheidung der USA hinterlasse eine "erhebliche Lücke" bei der Finanzierung der Hilfen, erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Israelische Politiker begrüßten dagegen die Entscheidung der USA. Regierungschef Benjamin Netanjahu rechnet damit, dass die Gelder nun über andere Organisationen bei den Flüchtlingen ankommen: "Das wird keine negativen Auswirkungen haben. Es wird positive Effekte haben, denn was den Konflikt aufrechterhält, ist der ewige Traum, dass die Nachfahren der Flüchtlinge zurück nach Tel Aviv können."

Ohne die umgerechnet knapp 300 Millionen Euro im Jahr fehlt dem Hilfswerk ein Drittel seiner Einkünfte. Das US-Außenministerium begründet den Zahlungsstopp damit, dass das Hilfswerk zu viele Menschen als schutzbedürftig anerkenne.