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Schweden vor der Wahl - schwierige Zeiten für Sozialdemokraten

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Schweden vor der Wahl - schwierige Zeiten für Sozialdemokraten

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Am Sonntag wird in Schweden ein neues Parlament gewählt. Die regierenden Sozialdemokraten steuern dabei auf ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 100 Jahren zu. Konkurrenz bekommt die Partei vor allem von rechtsaußen, der Partei der Schwedendemokraten. Die Aufnahme von vielen Flüchtlingen hat zum Aufschwung der Partei beigetragen.

Deren Vorsitzender Jimmie Akesson sagte bei einer Debatte am Donnerstag:

"Menschen kommen nicht nach Schweden um ein Teil der schwedischen Gesellschaft zu werden, sie kommen aus anderen Gründen hierher. Wir müssen fordern, dass diejenigen, die herkommen ein Teil der Gesellschaft werden. Wie soll man einen Job finden, wenn man dem Chef nicht die Hand schütteln will? Wie soll man einen Job finden, wenn man nicht spricht."

Einwanderung, Bildung, Sozialstaat

Weitere Streitpunkte sind der Sozialstaat und die Bildung. Lange Wartezeiten im Gesundheitssystem, schlechte Arbeitsbedingungen an Schulen und frustierte Polizisten machen dem einst so hochgelobten schwedischen Modell zu schaffen. Die Regierung von Ministerpräsident Stefan Löfven ist deshalb in den Umfragen um fast 7 Prozent abgestürzt.

Stefan Löfven, Ministerpräsident von Schweden, verteidigte sich:

"All das kostet Geld und sie wollen die Steuern um 100 Millarden senken, das ist nicht möglich. Es stimmt, wir werden mehr einstellen und mehr ausbilden. Es gibt zu wenige Krankenschwestern, aber es braucht Zeit um Krankenschwestern auszubilden, und sie werden schon bald im Dienst sein."

Oppositionsführer Ulf Kristersson von der konservativen Moderaterna kritisiert, dass die Regierung erst jetzt, kurz vor der Wahl, Besserung verspricht.

"Wenn hohe Steuern die Lösung für den schwedischen Sozialstaat ist, dann sollte es ja keine Probleme geben. Das ist nicht die Lösung!"

Es zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab. Aktuelle Umfragen sehen die Sozialdemokraten bei 24 Prozent, die Moderaterna bei 18 Prozent und die Schwedendemokraten bei 19 Prozent.