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Fake-Brief in Zürich: Asylsuchende "im Keller aufnehmen"

Fake-Brief in Zürich: Asylsuchende "im Keller aufnehmen"
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Photo by Jordan Pulmano on Unsplash
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In Zürich ermittelt die Polizei wegen eines gefälschten Briefes, der in der Nacht auf Donnerstag an Haustüren im Kanton angeheftet wurde.

Der Brief, der mehreren Schweizer Medien vorliegt, trägt das Siegel der Sicherheitsdirektion Zürich und bittet die Anwohnerinnen und Anwohner unter anderem, in ihren Kellern "einen abgewiesenen Asylsuchenden aufzunehmen".

Allerdings geht es den Urhebern wohl nicht um den Schutz der Asylsuchenden, sondern um Abschreckung: "Die Unterbringung in unterirdischen Unterkünften hat sich bisher als produktiv erwiesen. Die Freiheitsbeschränkung entfaltet eine gewisse Druckwirkung zur Durchsetzung der Ausreisepflicht", heißt es in dem Schreiben.

Anliegen sei es, rechtskräftig abgewiesene Asylsuchende zum Verlassen des Landes zu bewegen. Diese Politik sei erfolgreich gewesen in den vergangenen Jahren, so sei die Zahl der Personen auf fast ein Drittel verkleinert worden, von 1476 auf 589.

Doch nicht immer wollten die Menschen, deren Antrag auf Asyl abgelehnt wurde, ohne Widerstand ausreisen. "Die Sicherheitsdirektion verfolgt deshalb die Strategie, die Lebensbedingungen dieser Personen so zu gestalten, dass sie die Schweiz freiwillig verlassen."

Auch einen Nebenverdienst verspricht der falsche Brief. Die Unterbringung einer Person werde "pauschal vergütet".

Die Zürcher Kantonspolizei bestätigte gegenüber Euronews die Existenz des Schreibens. Wie viele Haushalte die Zuschrift erhielten, konnte die zuständige Ermittlerin Carmen Surber nicht sagen. "Wir fordern Personen, die einen Brief vorfinden auf, ihn zu vernichten", so Surber.

Unter dem Schreiben steht die vermeintliche Unterschrift des Sicherheitsdirektors Mario Fehr. Wie Schweizer Medien herausfanden, handelt es sich jedoch tatsächlich um die Signatur des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

az Limmattaler Zeitung
Der Brief den Anwohnerinnen und Anwohner am Donnerstagmorgen an ihren Türen fanden.az Limmattaler Zeitung