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OECD zur Weltkonjunktur: Von nun an geht’s bergab

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OECD zur Weltkonjunktur: Von nun an geht’s bergab

OECD zur Weltkonjunktur: Von nun an geht’s bergab
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Die Weltwirtschaft dürfte den Höhepunkt des aktuellen Konjunkturaufschwungs hinter sich haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem neusten Konjunkturbericht. Das Wachstum stehe nicht mehr auf so breitem Fundament wie noch vor wenigen Monaten. Risiken sieht die Industriestaatenorganisation vor allem in dem zunehmenden Handelsprotektionismus und Turbulenzen in zahlreichen großen Schwellenländern.

Nach der jüngsten Prognose wird die Weltwirtschaft in diesem und dem kommenden Jahr jeweils 3,7 Prozent zulegen nach 3,6 Prozent im Vorjahr. Im Mai war die OECD noch von 3,8 und 3,9 Prozent ausgegangen.

In Deutschland bremst die OECD die Wachstumserwartungen in diesem Jahr auf 1,9 Prozent ab (Mai-Prognose + 2,1%), in der Eurozone auf 2,0 (Mai-Prognose + 2,2%). Die USA haben seit 2018 die Nase leicht vor den der Eurozone (2018: 2,9 %, 2019 2,7%, minus 0,1 Punkt gegenüber Mai). Für China bleibt die OECD bei rustikalen 6,7 % für 2018 und 6,4% im kommenden Jahr.

Laurence Boone, OECD Chefvolkswirtin:

"Was uns vorsichtig macht: Einige Risiken verschärfen sich, andere machen sich in der Realität bemerkbar. Teilweise nagt der Handel an der globalen Expansion.

Und sollten die Zölle ausgeweitet werden, könnte sich das aufschaukeln – mit stärkeren realen Auswirkungen."

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang will offenbar seiner Werbung für mehr Freihandel bald weitere Taten folgen lassen. So könnte der durchschnittliche Satz für Einfuhrzölle auf Waren der wichtigsten Handelspartner nach Medienberichten ("Bloomberg" unter Berufung auf zwei Insider) bereits im Oktober weiter gesenkt werden.

Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump in seinem bisher größten Schlag im Handelsstreit die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Sonderzöllen belegt.

Diagnose der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Chinas Kommunisten wollen gute Kapitalisten sein“

su mit dpa, Reuters