Eilmeldung

Eilmeldung

Aquarius 2 auf dem Weg nach Marseille

Sie lesen gerade:

Aquarius 2 auf dem Weg nach Marseille

grab from sujet
Schriftgrösse Aa Aa

Die Aquarius 2 hat mit 58 aus Seenot geretteten Menschen an Bord Kurs auf die südfranzösische Hafenstadt Marseille genommen. Die Hilfsorganisationen SOS Mediterranée und Ärzte ohne Grenzen appellierten an die französischen Behörden, die Menschen dort von Bord gehen zu lassen.

Die Ankündigung von Panama, die unter der Flagge des Landes fahrende Aquarius 2 aus seinem Schiffahrtsregister zu streichen, überraschte die Besatzung an Bord. Sie forderte Panama auf, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Aloys Vimard ist Projektkoordinator für Ärzte ohne Grenzen und sagte im Skype-Interview mit Euronews von Bord der Aquarius 2: "Wir konzentrieren uns darauf, unsere Operationen auf offener See durchzuführen. Die entsprechende E-mail haben wir nicht bekommen. Die Entscheidung Panamas ist eindeutig auf politischen und wirtschaftlichen Druck der italienischen Regierung gefallen. Das ist fatal für uns, weil es uns wertvolle Zeit kostet. Wenn sich die Löschung aus dem Schifffahrtsregister bestätigt, benötigen wir eine andere Flagge und das erfordert Zeit. Zeit, die Leben kosten könnte."

Für den Fall eines Entzugs der Registrierung ruft SOS Mediterranée die europäischen Staaten dazu auf, die Aquarius 2 in einem anderen Land zu registrieren, damit sie unter einer europäischen Fahne fahren kann. Panamas Motiv für die Ankündigung ist unklar.

Dazu noch einmal Aloys Vimard: "Ausgehend von dem, was ich über unsere Kommunikationswege gehört habe, soll die Registrierung der Aquarius 2 nicht dem nationalen Interesse Panamas entsprochen haben. Vielleicht haben italienische Behörden auch angekündigt, Häfen für Schiffe aus Panama dichtzumachen. Dies sind allerdings Gerüchte, von denen ich gehört habe, das habe ich nirgendwo gelesen."

Innenminister Matteo Salvini widersprach Darstellungen, wonach Italien Druck auf Panama ausgeübt habe. Auch die Seeschiffahrtsbehörde des mittelamerikanischen Landes wies dies zurück.