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Nach Aquarius-Rettung: Dankbarkeit für das neue Leben in Spanien

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Nach Aquarius-Rettung: Dankbarkeit für das neue Leben in Spanien

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"Tiene heißt haben": Olajumoke Ajayi lernt Spanisch. Die Nigerianerin ist eine der rund 600 Menschen, die Mitte Juni mit dem Flüchtlingsschiff Aquarius und anderen Booten im spanischen Valencia anlegten. Die Hängepartie um das Rettungsschiff hatte Europa tagelang in Atem gehalten. Euronews-Reporterin Anelise Borges war damals auf dem Schiff. Jetzt ist sie wieder nach Spanien gereist, um die Menschen zu treffen, die im Juni von Bord gingen. Wir berichten in einer dreiteiligen Serie.

Im dritten Teil traf Borges Ajayi und ihre Familie. Sie versuchen, so gut wie möglich in Spanien anzukommen und sind dankbar für die Hilfe, die sie bekommen so der Nigerianer Oluwaseyi Adeniran, der mit Ajayi zusammenlebt: "Wir haben eine gute Unterkunft, gutes Essen. Uns fehlt es an nichts."

Während das Asylgesuch der Familie bearbeitet wird, lebt diese in einer Wohnung, die ihr von einer Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt wird. Unter anderem hilft die spanische Katholische Migrationskommission (ACCEM) den Flüchtlingen. Spanien hatte sich bereit erklärt, die Menschen an der Aquarius aufzunehmen, nach dem Italien sich geweigert hatte, sie an Land zu lassen.

Die Helfer wollen den Neuankömmlingen mehr bieten, als nur ein Dach über dem Kopf, so Marta Albiol von der ACCEM: "Wir müssen nicht nur ihre Leben retten, sondern noch einen Schritt weiter gehen und lernen, wie wir zusammenleben können. Das ist das, was schwierig ist, denn jeder Mensch ist einzigartig und in Spanien müssen wir wie in jedem anderen Land daran arbeiten, den Menschen beizubringen, dass wir alle gleich sind und die Unterschiede uns bereichern."

Migration und die Integration von Flüchtlingen ist ein Thema, das Europa umtreibt - und wohl noch lange beschäftigen wird. Olajumoke will hier nicht nur ankommen, sondern in Zukunft auch helfen: "Ich würde gerne einer Hilfsorganisation beitreten, der UN oder der Caritas oder einer anderen Organisation. Denn auch in zehn Jahren noch wird es Menschen geben, denen es genau so geht wie mir heute. Deswegen möchte ich der Regierung gerne dabei helfen, denen zu helfen, die keine Hoffnung haben."

Damit Olajumoke der Regierung helfen kann, muss diese sie erst mal offiziell als Migranten akzeptieren. Bis dahin, müssen sie und ihre Familie selbst noch hoffen und bangen.