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"Flüchtlingslager sind wenig hilfreich"

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Ähnliche Abkommen wie mit der Türkei sollen nach dem Willen der EU die Massenflucht nach Europa stoppen. Beim jüngsten informellen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in der vergangenen Woche im österreichischen Salzburg hieß es dazu, der Dialog mit Ägypten und anderen Staaten Nordafrikas solle intensiviert werden.

Der Ständige Vertreter der Afrikanischen Union bei der EU, Ahmat Awad Sakine, hat Zweifel: "In einem Land Übergangslager einzurichten, würde nicht helfen. Die Menschen würden andere Fluchtwege finden. Die wahre Fluchtursache ist die wirtschaftliche Entwicklung."

Die EU setzt darauf, dass die Vereinten Nationen und Flüchtlingsorganisationen dabei helfen, neue Lösungen zu finden. Eugenio Ambrosi von der Internationalen Flüchtlingsorganisation aber plädiert dafür, dass die EU ihr Asylsystem reformiert: "Restriktionen dienen allein den Schlepperbanden, die damit Geld machen, dass es an legalen Möglichkeiten fehlt, nach Europa zu gelangen. Bevor Europa die Hilfe anderer Länder sucht, sollte es Mechanismen in Kraft setzen, mit deren Hilfe die Lasten auf alle Mitgliedsländer verteilt werden können."

Ägypten übernimmt 2019 die Ratspräsidentschaft der Afrikanischen Union. Die Flüchtlingsfrage steht im kommenden Februar im Mittelpunkt eines Treffens zwischen der EU und der Afrikanischen Union. "Wir in der Afrikanischen Union denken, dass wir bis 2020 Frieden brauchen", meint Ahmat Awad Sakine. "Es sollte in Afrika keine bewaffneten Konflikte mehr geben. Das würde den betroffenen Staaten erlauben, sich auf die wirtschaftliche Entwicklung zu konzentrieren."