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Trauer um "Boxer mit großem Herz": Graciano "Rocky" Rocchigiani (54) bei Autounfall gestorben

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Trauer um "Boxer mit großem Herz": Graciano "Rocky" Rocchigiani (54) bei Autounfall gestorben

Trauer um "Boxer mit großem Herz": Graciano "Rocky" Rocchigiani (54) bei Autounfall gestorben
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REUTERS / Archiv
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Berlin trauert um einen "Boxer mit großem Herz". Das erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach dem Unfalltod des Boxers Graciano Rocchigiani auf Sizilien. "Er war auch eine Urberliner Type, der Schnauze mit Herz verband", sagte Müller.

Graciano "Rocky" Rocchigiani war offenbar zu Fuß am Rande einer mehrspurigen Straße in dem Ort Belpasso bei Catania unterwegs, als er von einem Auto erfasst wurde. Am Steuer des SMART, der Graciano Rocchigiani überfuhr, soll ein 29-Jähriger aus Catania gesessen haben. Der ehemalige Box-Profi aus Deutschland sei sofort tot gewesen.

Als Profiboxer bestritt Rocchigiani Halbschwer- und Supermittelgewichtler in seiner 20-jährigen Karriere 48 Kämpfe, von denen er 41 gewann. Am 11. März 1988 wurde er in Düsseldorf unter Manager Sauerland gegen den US-Profi Vincent Boulware zum ersten Mal Weltmeister. Er boxte 1995 zweimal gegen «Gentleman» Henry Maske und hatte den Vorzeige-Boxer im ersten Fight am Rand des K.o., als Maske in der letzten Runde sogar zu Boden musste. Aber wie so oft in seiner Karrie waren die Punktrichter nicht auf seiner Seite. Maske bekam einen sehr, sehr schmeichelhaften Punktsieg zugesprochen.

Im Rematch hatte «Rocky» keine Chance, der TV-Magnet Maske war halbwegs rehabilitiert. Jahrelang war Rocchigiani auf Maske nicht gut zu sprechen, in den letzten Jahren hatten sie sich aber versöhnt. Nicht so mit Dariusz Michalczewski, den Rocchigiani am 10. August 1996 am Millerntor in Hamburg nach allen Regeln der Kunst ausboxte. Ein angeblicher Tiefschlag und ein missachtetes Kommando des Ringrichters brachte dem Polen den Sieg durch Disqualifikation des Berliners.

Das Stadion stand Kopf wegen dieser Ungerechtigkeit - und Rocchigiani blieb wieder nur die Erkenntnis: «Alles Beschiss». Seinen letzten Kampf verlor er am 10. Mai 2003 gegen den Berliner Thomas Ulrich, sein Debüt als Berufsboxer hatte er 1983 gegeben. Vor Monaten ließ er mit der Nachricht aufhorchen, einen millionenschweren Kampf gegen den einstigen amerikanischen Superboxer Roy Jones Junior (49) zu planen.

Im Kampf gegen die Justiz ging er immer als Verlierer vom Platz. Er wurde mehrfach zu Freiheitsstrafen verurteilt, darunter wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, aber auch wiederholten Fahrens ohne Führerschein. Im Januar 2007 musste er in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne zum zweiten Mal wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen eine neunmonatige Gefängnisstrafe antreten. Auf eigenen Wunsch jedoch ließ er sich schließlich in den offenen Vollzug verlegen, um weiter ein Fitnessstudio in Duisburg weiter betreiben zu können.

Im November 2007 wurde Rocchigiani vorzeitig aus der Haft entlassen. Im Juni 2012 war er zu einer Geldstrafe wegen Nötigung verurteilt worden.

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