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Nationalist Dodik siegt bei bosnischen Serben, Chaos bei Kroaten

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Bei den Wahlen zur dreiköpfigen Staatsspitze in Bosnien-Herzegowina haben wie erwartet die Nationalisten gesiegt, doch die Kroaten aus der Herzegowina drohen ins Chaos zu schlittern. Dragan Covic sprach am Sonntagabend von einer schweren Niederlage. Er sei als bisheriger Vertreter im Staatspräsidium des kleinen Balkanlandes nicht bestätigt worden. Jetzt sei "eine nie gesehene Krise" im Land möglich, kündigte er an. An Stelle von Covic wird der aus Sarajevo stammende Kroate Zeljko Komsic die kroatische Nation an der Spitze des Landes vertreten.

Für die muslimischen Bosniaken schaffte es der Vertreter ihrer größten Partei (SDA), Sefik Dzaferovic, ins Staatspräsidium. Die Serben werden durch ihren langjährigen Chef Milorad Dodik vertreten sein. Beide Politiker verkündeten ihren Sieg. Während diese beiden Spitzenpolitiker den nationalistischen Flügeln ihrer Völker zugerechnet werden und die Rechte ihrer Nationen sichern wollen, setzt sich Komsic für die Umgestaltung des Landes in einen bürgerlichen Staat ein. "ch werde allen Bürgern dienen", sagte er vor Anhängern.

Der Nationalist Milorad Dodik hat die Wahl als Vertreter der Serben im dreiköpfigen Präsidium von Bosnien-Herzegowina gewonnen.

Dodik - der einst Sozialdemokrat war - hat sich zum Nationalisten gewandelt. Er trat nur für das Staatspräsidium in Sarajevo an, weil er nicht mehr als Präsident der Republika Srpska antreten durfte.

Er gehe nicht gerne nach Sarajevo sagte der 59-Jährige im Wahlkampf, aber er wolle dort die Interessen der Serben verteidigen. In den vergangenen Jahren hatte sich Dodik immer weiter an Russland und Wladimir Putin angenähert.