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Bulgarische TV-Moderatorin in Heimatstadt beigesetzt

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Bulgarische TV-Moderatorin in Heimatstadt beigesetzt

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Hunderte Trauernde haben der getöteten Journalistin Wiktorija Marinowa in ihrer bulgarischen Heimatstadt Russe die letzte Ehre erwiesen. Die 30-jährige TV-Moderatorin war am vergangenen Samstag in einem Park der Stadt tot aufgefunden worden.

Ein Tatverdächtiger wurde am Dienstag in Stade bei Hamburg in einer Wohnung von Familienangehörigen festgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft im niedersächsischen Celle erklärte, der 20-Jährige habe keinen Widerstand geleistet und ein Teilgeständnis abgelegt. Er habe der Moderatorin ins Gesicht geschlagen und sie in ein Gebüsch geworfen. Nach eigenen Angaben habe er die Frau weder töten wollen noch vergewaltigt.

Ein zunächst im Raum stehendes politisches Motiv war für die Staatsanwaltschaft nicht erkennbar. Der Tod der Moderatorin hatte unter Bewohnern von Russe für Entsetzen gesorgt. Eine Trauernde äußerte sich gegenüber Euronews nur anonym: "Solche Tragödien können überall passieren. Das Problem dabei ist, dass Angst in den Menschen hochsteigt wenn so ein geistig Verwirrter frei herumläuft."

Frist für Auslieferung läuft

Für die Auslieferung des Mannes nach Bulgarien gilt eine Frist von zehn Tagen. Er stand am Tattag nach eigenen Angaben unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Er habe die Frau nicht gekannt und sei zufällig mit ihr in Streit geraten. In Bulgarien droht dem Verdächtigen eine Anklage wegen Mordes und Vergewaltigung. Der Verdacht gegen ihn beruht auf DNA-Proben vom Tatort.

Euronews-Korrespondent Róbert Csákány kommentierte in Tatortnähe im bulgarisch-rumänischen Grenzgebiet: "Das Drama begann genau hier. Am vergangenen Samstag joggte Wiktorija Marinowa hier am Ufer der Donau. Der Täter griff sie an, vergewaltigte und tötete sie. Später flüchtete der Mann über diese Brücke hinter mir nach Rumänien. Er wurde in Deutschland festgenommen und wartet jetzt auf seine Auslieferung nach Bulgarien, wo er sich vor Gericht verantworten muss."