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Javier Bardem beim Filmfestival Lumière: "Selbstdarstellung beiseite lassen"

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Javier Bardem beim Filmfestival Lumière: "Selbstdarstellung beiseite lassen"

Javier Bardem beim Filmfestival Lumière: "Selbstdarstellung beiseite lassen"
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Der Oscar-prämierte spanische Schauspieler Javier Bardem ist einer der Stars bei der 10. Ausgabe des Lumière Filmfestivals in Lyon - eines der größten internationalen Festivals für klassisches Kino.

Im Gespräch mit Euronews zeigte er sich erstaunt über die Kinoleidenschaft in der französischen Metropole.

Javier Bardem: "Als ich neulich bei der Eröffnungsfeier aufgetaucht bin und die 5.000 versammelten Zuschauer gesehen habe, sagte ich mir, irre was der Leiter des Festivals Thierry Frémaux hier auf die Beine gestellt hat.

Ich habe gedacht, das Festival wäre etwas kleiner, aber jetzt kenne ich die wirkliche Dimension, nicht nur was den großen Publikumsandrang betrifft, sondern auch die Liebe, die dieses Festival einem entgegenbringt. Nun ja, ich fühle mich sehr geehrt, Teil davon sein zu dürfen."

Javier Bardem erzählt gerne, wie traumhaft die Zusammenarbeit mit dem iranischen Regisseur Ashgar Farhadi in seinem letzten Film "Offenes Geheimnis" war - also haben wir ihn gefragt, ob er noch weitere Träume hat.

Bardem: "Ich habe noch viele. Und ich habe auch noch viel zu lernen, und zwar: ehrlicher bei der Arbeit zu sein und mehr loszulassen. Genau das rüberzubringen was in dem Moment den Charakter bewegt. Und: Auch die Selbstdarstellung beiseite zu lassen. Das ist ein Problem, das viele Schauspieler betrifft."

Der spanische Filmstar, der ganz Hollywood mit Filmen wie "No Country for Old Men" erobert hat, besitzt einen sechsten Sinn, wenn es darum geht, Filmrollen auszuwählen, in denen er glänzen wird.

Bardem: "Am Ende des Tages ist es reine Intuition. Ich kenne niemanden, der denkt, er sei gerade dabei, ein Meisterwerk zu machen, und dann wird der Film zusammengesetzt und oft ist es eine Katastrophe. Nur manche werden zu guten, und mit etwas Glück, zu sehr guten Filmen."

Javier Bardem würde gerne Pedro Almodóvar nacheifern, dem einzigen Spanier, der für sein Gesamtwerk mit dem Prix Lumiere ausgezeichnet wurde. Der Preis gilt als Kino-Nobelpreis, bisher erhielten ihn nur zehn Personen. Unter ihnen: Stars wie Clint Eastwood, Ken Loach oder Catherine Deneuve. Dieses Jahr bekommt ihn US-Schauspielerin Jane Fonda.

Bardem: "Nun, diesen Preis zu erhalten, das wäre wirklich etwas. Und das würde bedeuten, dass ich dann noch am Leben sein werde (lacht) ... also lieber dann mit 150 Jahren."