Eilmeldung

Eilmeldung

Richtungsweisende Regionalwahl?

Sie lesen gerade:

Richtungsweisende Regionalwahl?

Richtungsweisende Regionalwahl?
Schriftgrösse Aa Aa

Die Regionalwahlen in Polen gelten als wichtiger Stimmungstest vor den Parlamentswahlen im nächsten Jahr. Zwar verbuchte die Partei "Recht und Gerechtigkeit" von Jarosław Kaczyński das höchste Wahlergebnis, konnte sich aber in keiner der Großstädte durchsetzen.

Dr. Anna Materska-Sosnowska, Politikwissenschaftlerin an der Universität Warschau, sieht das als Hinweis für einen möglichen Richtungswechsel: "Es gibt einen klaren Trend, dass man sich von der herrschenden Partei abwendet, zumindest in den großen Städten. 'Recht und Gerechtigkeit' hat bei den Wahlen zwar in den Regionalparlamenten besser abgeschnitten - das ist ein Sieg für die regierende Partei. Aber die Frage ist, in wie vielen wird sie koalieren können? Vor allem da die Koalitionsmöglichkeiten dieser Partei dürftig sind."

Neuer Bürgermeister für die Hauptstadt

Polens Hauptstadt Warschau hat derweil einen neuen Bürgermeister: Rafał Trzaskowski, Kandidat der Oppositionspartei "Bürgerplattform", gewann bereits im ersten Wahlgang und holte 54% der Stimmen.

Trzaskowski galt zwar als Favorit, aber wohl kaum jemand hätte ihm ein so schnelles und eindeutiges Ergebnis zugetraut.

Jerzy Kamiński, ein Bürger Warschaus, kommentiert die Situation in der Stadt: "Tatsächlich haben wir keinen Kandidaten mit einem phänomenalen Programm gewählt, weil dieses Programm das des aktuellen Bürgermeisters fortführen wird. Warschau war schon immer liberaler als rechts. Eher für die 'Bürgerplattform' als für die 'Recht und Gerechtigkeit'-Partei."

"Ich hatte auch erwartet, dass es eine zweite Runde geben würde. Ich bin positiv überrascht. Aber was jetzt wird? Mal abwarten", meint Maciej Klimaszewski, der ebenfalls in Warschau wohnt.

Der neugewählte Bürgermeister Trzaskowski will das Leben in Warschau verbessern: "Wir werden die Infrastruktur der Stadt weiter ausbauen, aber uns auf die Lebensqualität konzentrieren. In anderen Worten: Bildung, Gesundheitswesen und die Rentenreform. Damit sich das Leben in der Stadt verbessert."

51% der Wahlberechtigten stimmten bei den Regionalwahlen ab, ein Rekord.

Endgültige Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet.