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Brasilien: Gegenwind für Bolsonaro

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Brasilien: Gegenwind für Bolsonaro

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Nach dem Rechtsruck in Brasilien bekommt Wahlsieger Jair Bolsonaro Gegenwind von der Straße. Mariana Nery ist eine von vielen jungen Leuten, die gegen den Rechtspopulisten mobil machen. Die angehende Lehrerin ist in einer linken Jugendorganisation aktiv. Sie befürchtet, dass die Minderheiten im Land, die Bolsonaro im Wahlkampf durch den Schmutz gezogen hat, Probleme bekommen.

Ihre homosexuellen Freunde hätten Angst, sich in der Öffentlichkeit zu umarmen, erzählt die Studentin Mariana Nery. "Sie haben Angst, sich zu küssen. Sie fürchten, das zu tun, was sie gerne tun würden."

Kampf gegen Klima der Angst

Mariana will dem nicht tatenlos zusehen. Von Anfang an ist sie bei den Protesten gegen Bolsonaro in Rio de Janeiro dabei. Die Demonstranten wollen sich gegen die Politik des neuen Präsidenten stemmen. Und sie wollen das Klima der Angst bekämpfen. "Die Tatsache, dass er gewählt wurde, hat zur Folge, dass Menschen alles für richtig halten, was er sagt, etwa dass Frauen und Schwarze minderwertig seien", erklärt die angehende Lehrerin. "Und alles, was er gegen die sozialen Bewegungen gesagt hat."

Trotz des gemeinsamen Feindbilds bleibt Brasiliens Linke jedoch gespalten. Mit Diskussionsforen soll das geändert werden. "Die Leute müssen ihre Rechte kennen, sie dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn das geschafft ist, ist es schon ein Fortschritt", sagt Vítor Guimarães von der Bewegung "Menschen ohne Angst".

Linke Parteien müssen sich zusammenraufen

Widerstand gegen Bolsonaros Politik gibt es auch im Kongress. Dort wird der Präsident mit etwa 30 Parteien verhandeln müssen. "Brasiliens Linke hat mit einem starken Rückschlag bei der Präsidentschaftswahl zu kämpfen", berichtet Euronews-Reporter Héctor Estepa. Die verschiedenen Parteien müssen sich jetzt zusammenraufen, um den Rechten um Bolsonaro etwas entgegenzusetzen. Der Ultrarechte hat bereits mit Verhandlungen mit einigen der Parteien im Kongress begonnen, um ausreichend Rückhalt für seine Regierung zu bekommen."