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"Morde an Journalisten müssen aufhören"

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In Paris haben Aktivisten der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) an ermordete Journalisten erinnert. Anlass ist der Internationalen Tags gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten, der jährlich am 2. November stattfindet. Er wurde vor fünf Jahren von den Vereinten Nationen initiiert.

„Die Morde an Journalisten müssen aufhören", forderte ROG-Generalsekretär Christophe Deloire. "1066 Morde innerhalb von 15 Jahren. Alleine in diesem Jahr wurden bisher 77 Journalisten und andere Mitarbeiter von Medienunternehmen ermordet. Das ist wesentlich mehr als im vergangenen Jahr.“

"Jamal Khashoggi liebte die Wahrheit"

Aktuellstes Beispiel ist der gewaltsame Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi. Er wurde türkischen Behörden zufolge im Konsulat in Istanbul erwürgt und später in Stücke zerteilt. Saudi-Arabien hatte erst nach massiven Vorwürfen eingestanden, dass eine Gruppe von Saudis den Journalisten getötet hatte - angeblich ohne entsprechenden Befehl von oben.

Khashoggi, der im Exil in den USA lebte, schrieb für die Washington Post und war ein lautstarker Kritiker des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gewesen. Er sei ein Mann gewesen, der die Freiheit, die Wahrheit und auch das Leben liebte", sagte seine ehemalige Kollegin Fabiola Badawi.

ROG fordert UN-Sonderbeauftragten

Reporter ohne Grenzen fordert die Vereinten Nationen auf, schnellstmöglich einen Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten einzusetzen. Er sollte eigenständige Untersuchungen einleiten können, wenn Staaten nach Gewalttaten gegen Journalisten nicht ermitteln.

Der Internationale Tag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten gilt als Aufforderung an die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, mit konkreten Schritten der noch weit verbreiteten Kultur der Straflosigkeit entgegenzuwirken.

Die Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Bärbel Kofler, zeigte sich überzeugt, dass sich Angriffe gegen Journalisten und Journalistinnen nicht nur gegen einzelne Menschen richten, sondern auch Angriffe auf die Meinungs- und Informationsfreiheit demokratisch verfasster Gesellschaften seien. Deutschland werde sich intensiv für das Thema einsetzen.