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Neukaledonien stimmt gegen Unabhängigkeit von Frankreich

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Neukaledonien stimmt gegen Unabhängigkeit von Frankreich

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Die pazifische Inselgruppe Neukaledonien gehört auch weiterhin zu Frankreich. Bei der Volksabstimmung im französischen Überseegebiet an diesem Sonntag hat sich die Mehrheit der Wähler gegen die Unabhängigkeit ausgesprochen.

Der Ausgang des Referendums mit hoher Wahlbeteiligung (80%) galt schon im Vorfeld als sicher, fiel aber mit 56,4 Prozent Nein-Stimmen laut vorläufigem Enderergebnis, knapper aus, als erwartet. 43,1 Prozent stimmten für die Trennung.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach in einer Rede an die Nation aus dem Pariser Élyséepalast von einer "historischen Etappe". Verloren hätte die Versuchung der Verachtung, der Spaltung, der Gewalt und Angst. Einziger Gewinner sei der Friedensprozess, der Neukaledonien seit 30 Jahren antreibe, der Wille zum Dialog, der sich durch nichts brechen lasse.

Zwei neue Referenden bis 2024 möglich

Das Ergebnis bedeutet vor allem für die Bevölkerungsgruppe der Kanaken - Neukaledoniens Ureinwohner - eine große Enttäuschung. Viele von ihnen hoffen seit Langem auf einen eigenen Staat.

Dennoch ist der Traum von der Unabhängigkeit nicht ganz vorbei. Bis 2024 sind nach früheren Abmachungen mit Paris noch zwei weitere Volksabstimmungen möglich. An diesem Montag wird Premierminister Édouard Philippe zu einem Besuch in der neukaledonischen Hauptstadt Nouméa erwartet.

Aus Sorge vor Unruhen verstärkte der Staat die Sicherheitskräfte. In einigen Stadtvierteln Nouméas wurden in der Nacht Autos in Brand gesetzt.