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Kinder ohne Arme: Familien fordern Antworten

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Kinder ohne Arme: Familien fordern Antworten

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Frankreich rätselt weiter über die Babys ohne Arme oder Hände. Zwischen 2000 und 2014 kamen 25 Kinder mit solchen Fehlbildungen zur Welt. Da die Mütter in den drei betroffenen Regionen nah beieinander und ausnahmslos in kleinen Städten auf dem Land lebten, geht Frankreichs Gesundheitsbehörde „Santé publique France“ (SPF) mittlerweile nicht mehr von Zufällen aus.

"Werden wir jemals eine Antwort bekommen?"

Bei einer Infoveranstaltung in der Stadt Guidel mussten Vertreter der Behörde den Familien Rede und Antwort stehen. SPF-Chef François Bourdillon erklärte im Anschluss: "Die Häufung von Fällen in Gemeinden wie Guidel hat bei der Bevölkerung für Angst und Aufregung gesorgt. Hier gab es seit 2013 keine neuen Fälle. Ein Gendefekt kann ausgeschlossen werden. In Guidel muss also etwas um das Jahr 2011 vorgefallen sein, für das wir eine Erklärung finden müssen.“

Tiphaine Bernard ist die Mutter eines Mädchens mit Fehlbildung der Arme. Sie freut sich über das Engagement der Behörde - auch wenn es spät kommt: "Werden wir jemals eine Antwort bekommen? Ich weiß es nicht, aber immerhin ist die Bereitschaft da, die Untersuchungen voranzutreiben, weiter zur forschen, medizinische Literatur zu durchforsten und auch die Umwelt genauer zu untersuchen. Wir hoffen, so zumindest ein paar Hinweise zu bekommen."

"Man hat uns zugehört und ernstgenommen"

Auch Isabelle Taymans-Grassins Tochter ist betroffen. "Ich habe den Eindruck, dass das, was wir Familien der Gesundheitsbehörde mitteilen wollten, in friedlicher Atmosphäre gesagt werden konnte. Man hat uns zugehört und ernstgenommen", so die Reaktion der Mutter auf das Treffen in Guidel.

Pestizide als Ursache der Fehlbildungen?

Was könnte den Babys schon im Mutterleib geschadet haben? Womöglich giftige Rückstände in der Nahrung, Schadstoffe in der Luft oder – die wahrscheinlichste Theorie – Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft? Fragen, denen nun Experten nachgehen. Die Familien sollen zweimal pro Jahr über mögliche Fortschritte informiert werden.