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Häusereinsturz in Marseille: Zahl der Toten steigt auf 7

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Häusereinsturz in Marseille: Zahl der Toten steigt auf 7

Häusereinsturz in Marseille: Zahl der Toten steigt auf 7
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Nach dem Einsturz dreier baufälliger Wohnhäuser in Marseille ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Unter den Trümmern wurde am Donnerstagabend eine siebte Leiche geborgen. Mindestens ein Bewohner wird noch vermisst.

Massive Kritik am Bürgermeister

Zuvor war die Suche für einen Tag unterbrochen worden, um zwei angrenzende Häuser abzureißen. Denn die Feuerwehr fürchtet einen Dominoeffekt, der weitere Gebäude zum Einsturz bringen könnte.

Derweil wird die Kritik an der Stadtverwaltung lauter. Sie soll vom schlechten Zustand der Häuser gewusst haben, in denen ausschließlich Bedürftige lebten. Bürgermeister Jean-Claude Gaudin muss gehen, fordern viele aufgebrachte Bürger.

Doch dieser sagte bei einer Pressekonferenz: „Mein Amt niederlegen? Glauben Sie, ein Kapitän verlässt sein Schiff, wenn ein Sturm aufkommt?“

"Es stürzen die Häuser der Armen ein, das ist kein Zufall"

Laut einem Bericht lebten in Marseille 2015 rund 100.000 Menschen in Unterkünften, die ihre Gesundheit oder Sicherheit gefährden. Gaudin wies diese Zahlen zurück. Die Stadt habe seit 2005 35 Millionen Euro ausgegeben, um die Wohnqualität in Marseille zu verbessern.

Schuld am Einsturz der alten Häuser seien nicht die nachlässigen Behörden, sondern starke Regenfälle. Viele Bewohner sehen das anders. Sie wollen am Samstag bei einem Trauermarsch der Opfer gedenken.

Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon spricht aus, was viele von ihnen denken: „Es stürzen die Häuser der Armen ein, das ist kein Zufall.“ Die Staatsanwaltschaft hat die Suche nach Schuldigen aufgenommen. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.