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Amnesty International nimmt Aung San Suu Kyi Preis wieder weg

Amnesty International nimmt Aung San Suu Kyi Preis wieder weg
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Amnesty International hat Aung San Suu Kyi seinen prestigeträchtigsten Menschenrechtspreis entzogen und die Politikerin aus Myanmar und Trägerin des Friedensnobelpreises der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen beschuldigt, weil sie die Gewalt gegen die muslimische Minderheit Rohingya nicht gestoppt hat. "Das ist ein Völkermord, der immer noch im Gange ist", so UN-Ermittlungsleiter Marzuki Darusman Ende Oktober bei der Vorstellung eines Untersuchungsberichts zur Lage in Myanmar im UN-Sicherheitsrat.

Kumi Naidoo, der Generalsekretär von Amnesty International, habe Aung San Suu Kyi per Brief mitgeteilt, dass ihr die höchste Ehrung der Menschenrechtsorganisation, der Ambassador of Conscience Award aus dem Jahr 2009, entzogen werde, so Amnesty. Die De-facto-Regierungschefin habe nach der Hälfte ihrer Amtszeit und acht Jahre nach ihrer Entlassung aus dem Hausarrest ihre politische und moralische Autorität nicht genutzt, um Menschenrechte, Gerechtigkeit oder Gleichberechtigung im ehemaligen Burma zu schützen, so Naidoo.

Francisco Bencosme, Asien-Pazifik-Spezialist bei Amnesty International USA:

"Wir haben nicht den Mut gesehen, den wir für notwendig erachten, und von einem Botschafter des Gewissens erwarten. Aung San Suu Kyi hatte viele Gelegenheiten, sich im Namen ihres ganzen Volkes zu äußern, einschließlich der Rohingya, und ist viele Male gescheitert.“

In Myanmar lebten bis zu den Auseinandersetzungen im Herbst 2017 etwa eine Million Rohingya. Ab August 2017 waren innerhalb kurzer Zeit mehr als 700.000 von ihnen vor einem brutalen Militäreinsatz nach Bangladesch geflohen. Mindestens 10.000 Menschen wurden getötet. Die Minderheit der sunnitischen Muslime wird in Myanmar seit Jahrzehnten unterdrückt und diskriminiert.

"RÜCKFÜHRUNG VERLETZT VÖLKERRECHT"

Dutzende internationale Hilfsorganisationen haben vor der geplanten Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen nach Myanmar gewarnt. Die Flüchtlinge in Bangladesch hätten große Angst vor einer erzwungenen Rückkehr, da für sie in ihrer Heimat akute Lebensgefahr herrsche, hieß es in einer Mitteilung von 42 Organisationen, die sich für die Rohingya einsetzen - darunter die Welthungerhilfe, Save the Children, World Vision und Oxfam.

Die Rückführung war bereits vor einem Jahr zwischen den asiatischen Nachbarländern vereinbart worden. Bislang geschah allerdings nichts. Ende Oktober kündigten beide Regierungen an, die Rückführung werde Mitte November beginnen. Hilfsorganisationen zufolge wurden mehr als 2.000 Flüchtlinge als erste Rückkehrer ausgesucht. Unter den gegebenen Umständen verletze die Rückführung das Völkerrecht.

su