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Aktientalfahrt nach Ghosn-Verhaftung

Aktientalfahrt nach Ghosn-Verhaftung
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Die Börse reagiert schockiert auf die Verhaftung von Renault-Nissan-Boss Carlos Ghosn. Der Kurs der Renault- Aktie brach um mehr als zwölf Prozent ein. Der 64-Jährige Automanager ist am Montag in Japan festgenommen worden. Renault kündigte für den Dienstagnachmittag eine Sitzung an, auf der Insidern zufolge Ghosns Aufgaben vorläufig neu verteilt werden. Ghosn soll jahrelange zu niedrige Einkünfte angegeben und Firmengelder für Privatangelegenheiten verwendet haben. Nissan CEO Hiroto Saikawa sagte, er sei verzweifelt, empört und verärgert. "Es gibt Probleme mit der Unternehmensführung. Wenn die Renault-Spitze gleichzeitig auch die Nissan-Spitze, mit 43 Prozent der Aktien ist, dann hat eine Person zu viel Macht", so Saikawa.

Der Fall Ghosn versetzt der seit 1999 bestehenden Allianz Renault-Nissan einen schweren Schlag. Ghosn ist einer der einflussreichsten Automanager weltweit. Er gilt als Begründer der Allianz aus Renault und Nissan, zu der inzwischen auch der japanische Autobauer Mitsubishi gehört. Frankreich bemüht sich nun um den Fortbestand des Bündnisses der Automobilhersteller. Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt, das seinerseits über 43 Prozent an Nissan hält.