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Paris: Ausschreitungen bei Protesten der "gelben Westen"

Paris: Ausschreitungen bei Protesten der "gelben Westen"
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In Paris ist es bei Protesten der sogenannten gelben Westen zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging auf den Champs-Elysées mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstrierenden vor. Die Polizei hatte den Protest auf einem Teil der Prachtstraße in der Nähe des Präsidentenpalastes verboten und versuchte die Demonstrierenden am Betreten des abgesperrten Teil des Champs-Elysées zu hindern. Die Gelbwesten errichteten dort eine Barrikade.

Innenminister Christophe Castaner beschuldigte die "Gelbwesten", der extremen Rechten nahezustehen: "Heute hat sich die Ultrarechte mobilisiert. Ich stelle fest, dass die Aufrührer mit dieser Mobilisierung der Ultrarechten seit heute Morgen im Prinzip dem Ruf von Marine Le Pen gefolgt sind und die Institutionen und die Abgeordneten der Regierungsmehrheit angreifen wollen."

Le Pen, Chefin des "Rassemblement National", wehrte sich auf Twitter gegen die Vorwürfe. Sie habe lediglich gefragt, warum die Regierung den Protest auf den Champs-Elysées verboten habe und sprach von "politischer Manipulation".

Die "gelben Westen" sind keiner politischen Partei zuzuordnen und haben keine offizielle Struktur oder Sprecher. Sie protestieren seit knapp einer Woche gegen eine geplante Benzinerhöhung, weitere Steuern und aus genereller Unzufriedenheit mit der Politik von Präsident Emmanuel Macron.

Regierungsangaben zufolge kamen am Samstag etwa 8000 Menschen zu dem Protest gegen eine geplante Benzinsteuererhöhung nach Paris. Landesweit waren es demnach mehr als 20.000. Vor einer Woche waren es noch 124.000 gewesen.