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Bis zu 6 Jahre Haft drohen ukrainischen Soldaten

Bis zu 6 Jahre Haft drohen ukrainischen Soldaten
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Bis zu sechs Jahre Haft für ukrainische Soldaten Yuri Budzylo ist einer der 24 ukrainischen Matrosen, die am Sonntag von Russland festgesetzt worden sind. Gegen ihn und 11 seiner Kollegen wurde eine zweimonatige Untersuchungshaft verhängt. Ihnen wird illegaler Grenzübertritt vorgeworfen. Damit drohen ihnen bis zu sechs Jahren Haft. Die anderen werden heute vor Gericht geführt.

Der russische Geheimdienst FSB veröffentlichte ein Video von drei der ukrainischen Seeleute. Sie sagen, dass die Grenzverletzung eine geplante ukrainische Provokation gewesen sei. Kiew kontert, sie seien zu ihren Aussagen von Russland gezwungen worden.

Die " russische Menschenrechts-Beauftragte auf der Krim, Ljudmila Lubina, konnte einige der urkainischen Soldaten besuchen: "Ich habe sie gefragt, ob irgendein moralischer oder physischer Druck auf sie ausgeübt wurde. Alle vereinen dies, die Haftbedingungen seien in Ordnung, sie hätten etwas zu essen bekommen und würden gut behandelt."

Am Sonntag hatte die russische Küstenwache drei Patrouillenbooten der ukrainischen Marine die Durchfahrt in der Meerenge von Kertsch vor der annektierten Halbinsel Krim verweigert. Es fielen dabei auch Schüsse. 24 Matrosen wurden festgesetzt, mindestens drei verletzt.

Die Familien der Matrosen machen sich große Sorgen. Wie die Eyders: sie wollen wissen, wo sich ihr 19-jähriger Sohn Andriy befindet, ob er verletzt ist und ob er medizinische Hilfe bekommt.

Die Spannungen sorgen international für Beunruhigung. Der Tenor: eine Eskalation des seit Jahren schwelenden Konflikts müsse vermieden werden,

Die EU und viele westliche Länder hatten Russland und die Ukraine zur Zurückhaltung aufgerufen, so der französische Außenminister Jean-Yves Drian nach einem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Dienstag in Paris.

"Wir erwarten eine Geste von Russland: die Gefangenen müssen so schnell wie möglich freigelassen und die beschlagnahmten Boote zurückgegeben werden. Aber ich werde auch unseren ukrainischen Kollegen anrufen, um ihn zu einer Deeskalation in dieser Region zu veranlassen."

"Wenn die ukrainische Seite und ihre Partner in Europa daran interessiert sind, solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, ist es natürlich notwendig, ein Signal an Kiew zu senden, dass solche Provokationen nicht akzeptiert werden. Allerdings ist dies nicht unsere Aufgabe, sondern die derer, die enge Kontakte zu den ukrainischen Behörden unterhalten" entgegnet Lawrow.

Die Ukraine hatte als Reaktion auf das russische Vorgehen im Meer vor der Halbinsel Krim 30 Tage Kriegsrecht beschlossen. Aus Moskauer Sicht geht die Aggression von der Ukraine aus.