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Gespräche zum Konflikt im Jemen beendet: Frieden in Hudaida

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Bei den Friedensgesprächen in Schweden zum Krieg im Jemen haben sich Huthi-Rebellen und die Regierung auf eine Waffenruhe in der Hafenstadt Hudaida geeinigt. Die Stadt ist wichtig, um die Versorgung der Einwohner des Landes sicherzustellen.

Das ist ein entscheidendes Element für die zukünftige politische Lösung zur Beendigung des Konflikts.

António Guterres UN-Generalsekretär

Guterres hofft für die Zukunft auf Frieden im Jemen

TT News Agency/Pontus Lundahl via REUTERS
UN-Generalsekretär António GuterresTT News Agency/Pontus Lundahl via REUTERS

UN-Generalsekretär António Guterres sieht die Gespräche als Grundlage für einen möglichen Frieden im Bürgerkriegsland an. Die Vereinten Nationen sollen dort eine führende Rolle übernehmen und humanitäre Hilfe leisten.

"Es ist ein sehr wichtiger Schritt für den Friedensprozess, Sie haben sich bereit erklärt, sich bei der nächsten Sitzung an den Diskussionen über einen Verhandlungsrahmen zu beteiligen. Das ist ein entscheidendes Element für die zukünftige politische Lösung zur Beendigung des Konflikts. Aufgrund ihres konstruktiven Engagements hier in Schweden haben wir ein besseres Verständnis für die Positionen der Parteien erhalten. Und sie haben zugestimmt, sich Ende Januar zu einer nächsten Verhandlungsrunde zu treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen."

Kurze Übersicht: Der Konflikt im Jemen

Seit mehr als vier Jahren kämpfen Milizen der Huthi-Rebellen gegen die Regierung im Jemen. Die Rebellen kontrollieren weite Teile im Norden des Landes, die Hauptstadt Sanaa und auch die Hafenstadt Hudaida im Westen des Jemens.

REUTERS/Naif Rahma
Ein Junge steht in einer Häuserruine in SaadaREUTERS/Naif Rahma

Seit Monaten versucht die Regierung Hudaida einzunehmen. Unterstützt wird sie dabei von einer Koalition mehrerer Nachbarländer, angeführt von Saudi-Arabien.

Seit März 2015 kämpft die Koalition schon gegen die Huthi. Bei deren Luftangriffen wurden immer wieder Zivilisten getroffen: Schulen, Krankenhäuser und sogar Hochzeiten waren Ziele. Die Huthi feuerten dagegen Langstreckenraketen ab, um saudi-arabischen Schiffe, die im Roten Meer liegen, zu treffen.

Der Konflikt führte laut Einschätzungen der Vereinten Nationen zur schwersten humanitären Krise der Welt: Laut Angaben der UN leiden rund 20 Millionen Menschen an Hunger. Das sind ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung. UNICEF gab an, dass alle zehn Minuten ein Kind an eigentlich vermeidbaren Folgen von Krankheiten und Mangelernährung sterbe.

Der Konflikt forderte bisher 10.000 Menschen das Leben, so die Weltgesundheitsorganisation. Ungefähr sechs Mal so viele wurden verletzt.

Das Land ist im Chaos: Große Teile der Infrastruktur wurden lahmgelegt. Und, in einigen Regionen gibt es für die Opfer keine medizinische Versorgung.

Nächste Schritte nach den Friedensgesprächen

Nun sollen beide Parteien ihre Soldaten aus der Hafenstadt Hudaida zurückziehen - wie in den Friedensgesprächen beschlossen. Das soll schon innerhalb der nächsten drei Wochen geschehen.

Keine Einigung wurde bezüglich der Wiedereröffnung des Flughafens in der Hauptstadt Sanaa erzielt. Viele Menschen hatten darauf gehofft, da auch der Flughafen für die Versorgung des Landes wichtig ist.

UN-Generalsekretär Guterres sagte nach den Verhandlungen, dass noch ein langer Weg gegangen werden müsse. "Es ist nur ein Anfang, aber zumindest ist ein Anfang." Und dieser könne zu Frieden führen.

Außenminister Heiko Maas äußert sich zu Friedensgesprächen

Deutschlands Außenminister Heiko Maas bezeichnete den Ausgang der Gespräche als "wichtigen ersten Schritt", da die Konfliktparteien das erste Mal seit zweieinhalb Jahren überhaupt miteinander gesprochen hätten. Er sicherte außerdem zu, die geplanten Maßnahmen der Vereinten Nationen zu unterstützen.

Auf Twitter veröffentlichte das Auswärtige Amt ein Statement des Außenministers, in dem er schrieb: "Entscheidend ist jetzt, dass die Vereinbarungen in die Tat umgesetzt werden. Das Leid und die bittere Not der Menschen in Jemen können nur gelindert werden, indem freier und schneller Zugang von humanitären Hilfsgütern und wesentlichen kommerziellen Gütern gewährt wird."