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Jemen: Der Bürgerkrieg, die Kinder und der Tod

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Jemen: Der Bürgerkrieg, die Kinder und der Tod

Jemen: Der Bürgerkrieg, die Kinder und der Tod
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Noch vor wenigen Tagen war Amal Hussain aus dem Jemen auf der Titelseite der New York Times zu sehen. Jetzt ist das kleine Mädchen tot - verhungert.

Declan Walsh leitet das Büro der Zeitung in Kairo. Er hatte den Artikel geschrieben, der die menschliche Tragödie in dem Bürgerkriegsland im Nahen Osten zeigt: "Wir haben erfahren, dass Amal einige Tage nach unserem Besuch im Krankenhaus entlassen wurde. Der Arzt gab die Anweisung, dass sie an einen Ort in der Nähe geschickt werden sollte, um von "Ärzte ohne Grenzen" behandelt zu werden. Aber die Mutter sagte, dass sie nicht das Geld für die Fahrt dorthin aufbringen konnte. Wie viele Jemeniten waren sie nicht nur durch die steigenden Lebensmittelpreise, sondern auch durch die Treibstoffpreise betroffen. Das bedeutet: Arme Menschen können es sich nicht leisten, selbst sterbende Kinder mitzunehmen. Die Mutter sagte, dass sie Amal in ihre Behausung in einem Flüchtlingslager gebracht hat. Drei Tage später erzählte sie uns, dass Amal gestorben ist."

UN-Generalsekretär António Guterres hat in New York erneut ein Ende der Gewalt im Jemen gefordert: "Dies ist keine Naturkatastrophe, es ist von Menschen gemacht und der Jemen steht heute an einem Abgrund. Die Vereinten Nationen und ihre Partner ernähren bereits acht Millionen Menschen im Jemen. Ohne weitere Hilfsmaßnahmen könnten bis zu 14 Millionen Menschen, die Hälfte der Bevölkerung, in den kommenden Monaten gefährdet sein."

Jemens Kleinkinder sind immer stärker vom Hunger bedroht, während der Krieg weitergeht. Nach Angaben der britischen Hilfsorganisation "Save the Children" sind fünf Millionen jemenitische Kinder Opfer einer Hungersnot, die durch den Krieg entstanden ist, der 2015 ausbrach.