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Von der Aquarius in den Arbeitsmarkt

Von der Aquarius in den Arbeitsmarkt
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Das Weihnachtsfest feiert Abiel Madgu aus Eritrea dieses Jahr in Portugal. Er ist einer der Flüchlinge, die im Juli von dem Rettungsschiff Aquarius aus dem Mittelmeer gerettet wurden.

In dem Textilunternehmen Twintex, für das er jetzt arbeitet, sorgt der 22-Jährige für einen Geschlechterausgleich in der überwiegend weiblichen Belegschaft.

Twintex-Direktor Mico Mineiro bewertet die Integration von Abiel Madgu positiv: "Wir haben hier Menschen aus mehreren Ländern im Betrieb, aus Syrien, aus Bangladesch. Durch Zufall haben wir erfahren, dass einer unserer Mitarbeiter an Bord der Aquarius war. Seine Vorgesetzten sind zufrieden mit ihm und finden, dass er sich sehr gut eingelebt hat. Die einzige Barriere ist die Sprache, aber es gibt einen guten Willen von beiden Seiten, es wird sich also gut entwickeln."

Gebru Mehari und Hadush Tsegay, ebenfalls aus Eritrea, arbeiten für einen landwirtschaftlichen Betrieb, der die weltberühmten Kirschen von Fundão produziert.

"Wir befinden uns hier in einer Region Portugals, in der wir einen hohen Fachkräftemangel haben", sagt Paulo Ribeiro von Unitom Farming. "Diese Arbeitskräfte sind also willkommen, sofern sie die entsprechenden Fähigkeiten für die Arbeit mitbringen. Wie kürzlich jemand sagte: Es ist ein bisschen wie der Turm zu Babel. Wir dachten, sie würden Englisch sprechen, aber sie sprechen Tigrani."

"Sie wollen lernen und wir wollen Kentnisse vermitteln", so Ribeiro weiter. "Wir zeigen ihnen die Aufgaben direkt am Beispiel. Mithilfe von speziellen Techniken erlernen sie die Fähigkeiten sehr schnell innerhalb von einer Woche und können den Job selbstständig ausführen."

Das private Mittelmeerrettungsschiff Aquarius machte im vergangenen Sommer Schlagzeilen, nachdem Italien und Malta sich geweigert hatten, das Schiff mit 630 Migranten an Bord anlegen zu lassen. Die Aquarius konnte schließlich im spanischen Valencia einlaufen. Mehrere europäische Länder hatten die Flüchtlinge aufgenommen. Die Stadt Fundão im Landesinneren von Portugal nahm 19 Flüchtlinge auf.