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Danzig: Trauer um ermordeten Bürgermeister Adamowicz

Danzig: Trauer um ermordeten Bürgermeister Adamowicz
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Agencja Gazeta/Bartosz Banka
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Knapp eine Woche nach der Ermordung des Danziger Bürgermeisters Pawel Adamowicz haben sich Tausende Menschen bei einer Trauerfeier von ihm verabschiedet. Unter den etwa 3500 Trauergästen in der Marienkirche in der polnischen Hafenstadt waren auch zahlreiche Politiker, darunter EU-Ratspräsident Tusk, die früheren polnischen Präsidenten Lech Walesa und AleksanderKwasniewski sowie der aktuelle Präsident Andrzej Duda und Regierungschef Mateusz Morawiecki.

Adamowiczs Witwe erinnerte in ihrer Trauerrede an einen Politiker, der verbunden habe: "Du hast versucht, die Spaltungen zu überwinden, damit der Hass aufhört", sagte sie. "Mein Liebster, deine Gedanken machen uns stark und wir brauchen diese Stärke gerade jetzt, denn es kommen harte Zeiten auf uns zu."

Adamowicz war am Sonntag während einer Wohltätigkeitsveranstaltung auf offener Bühne niedergestochen worden und starb am Montag an seinen schweren Verletzungen. Die Tat führte angesichts des angespannten politischen Klimas auch zu einer Debatte über Hassreden. Der parteilose Adamowicz vertrat liberale Ansichten und befürwortete die Aufnahme von Flüchtlingen. Er wurde von extrem rechten Kreisen angegriffen, aber auch von regierungsnahen Medien kritisiert.

"Wir trauern und wir sind sehr traurig", so ein junger Mann in Danzig. "Ich kann mich nicht auf meine Arbeit und meine täglichen Verpflichtungen konzentrieren. Es ist, als hätte uns ein Mitglied der Familie verlassen."

"Ich hoffe, dass dieser Tod dazu beiträgt, dass Hassreden aufhören oder zumindest weniger werden", sagte eine ältere Frau. "Aber es ist traurig, dass erst eine Tragödie passieren muss, damit wir zusammenkommen."

Adamowicz war seit 1998 Bürgermeister von Danzig. Laut Polizei kamen über 40.000 Menschen in die Stadt, um sich von ihm zu verabschieden. euronews-Korrespondent Leszek Kabłak: "Die Trauerfeier für Pawel Adamowicz zeigt, wie wichtig er für die Menschen in der Stadt war. Seine Asche wurde in der Marienkirche beigesetzt."