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Machtkampf in Venezuela: Das Militär warnt vor Bürgerkrieg, Maduro weist US-Diplomaten aus

Machtkampf in Venezuela: Das Militär warnt vor Bürgerkrieg, Maduro weist US-Diplomaten aus
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Im Machtkampf in Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro sich vom Obersten Gericht Unterstützung zusichern lassen.

Zuvor hatte sich Parlamentspräsident Juan Guaidó selbst zum Interims-Präsidenten erklärt. Viele Länder, darunter auch die EU und die USA, erkannten ihn als neuen Staatschef an.

Maduro forderte daraufhin, die diplomatischen Beziehungen zu den USA sofort abzubrechen und verwies alle amerikanischen Diplomaten des Landes.

In einer Rede sagte Maduro: "Es besteht kein Zweifel daran, dass Donald Trump seine eigene De-facto-Regierung, seine verfassungswidrige Regierung mit einem Staatsstreich in Venezuela gegen den Willen der Menschen und der Demokratie etablieren will. Es besteht kein Zweifel, dass Donald Trump in all seinem Wahnsinn glaubt, dass er die Weltpolizei ist, dass er der Chef von Lateinamerika und der Karibik ist."

Das Militär spielt eine wichtige Rolle

Eine Schlüsselrolle zur Lösung des Konflikts kommt dem Militär zu. Das ist in Venezuela sehr mächtig und hat sich nun hinter Maduro gestellt. Außerdem warnte es vor einem Bürgerkrieg. Verteidigungsminister und Armee-Chef Vladimir Padrino forderte die Opposition auf, mit der Regierung in Dialog zu treten. Denn ein Krieg sei nicht die Wahl des Militärs, sondern ein Instrument "vaterlandsloser Gesellen", die nicht wissen, was das bedeute.

Seit Maduro zu seiner zweiten Amtszeit als Präsident vereidigt wurde, kommt es in Venezuela erneut zu Demonstrationen. Viele werfen Maduro vor, die Wahl zu seinen Gunsten manipuliert zu haben.

Die Demonstrationen dauern an

Mehr als zwei Dutzend Menschen sind seitdem bei Protesten gestorben. Und, obwohl die Opposition geschwächt ist, viele ihrer Anhänger inhaftiert sind, und wichtige staatliche Einrichtungen wie der Nationale Wahlrat hinter Maduro stehen, wollen zahlreiche Demonstranten nicht aufgeben.

"Der Kampf wird lange dauern. Aber wir werden hierbleiben, bis es eine Veränderung gibt. Die Regierung ist verzweifelt, es gibt viel Angst, es gibt viel internationalen Druck", sagte einer der Demonstranten.

Auch Guaidó rief seine Anhänger auf Twitter dazu auf, nicht aufzugeben. Er schrieb: "Wir tun, was getan werden muss, um eine Übergangsregierung und freie Wahlen zu bekommen."

Außerdem verfasste Guaidó eine Botschaft an amerikanische Diplomaten und richtete vier Tweets an sie. Guaidó widersprach Maduros Anweisungen, das Land verlassen zu müssen und lud die Diplomaten zum Bleiben ein.

Die USA hatten alle nicht dringend benötigte Diplomaten aus Caracas abgezogen. US-Außenminister Mike Pompeo betonte allerdings, dass die USA der Anweisung von Maduro zum Abzug aller Diplomaten nicht folgen würden. Er bekräftige noch einmal, dass die USA Maduro nicht mehr als Präsidenten Venezuelas ansehen.

Weiterhin würden die USA die diplomatischen Beziehungen zu Venezuela und der Interims-Regierung aufrecht erhalten.

Pompeo sicherte dem Land zudem finanzielle Unterstützung zu, um Venezuela aus der politischen und wirtschaftlichen Krise zu helfen.

Viele Länder erkennen Guaidó als rechtmäßigen Präsidenten an

Die USA waren das erste Land, die Guaidó als neuen Präsidenten anerkannten.

Pompeo sagte: "Die Zeit für Diskussionen ist vorbei, das Regime des ehemaligen Präsidenten Nicolas Maduro ist illegitim. Sein Regime ist moralisch bankrott, es ist wirtschaftlich inkompetent und es ist zutiefst korrupt. Es ist durch und durch undemokratisch."

Auch viele lateinamerikanische Länder erkennen Guaidó als rechtmäßigen Präsidenten an. An der Seite Maduros stehen beispielsweise Mexiko und Uruguay. Aber auch Russland und die Türkei.