Dammbruch in Brasilien: Mehr als 100 Todesopfer befürchtet

Dammbruch in Brasilien: Mehr als 100 Todesopfer befürchtet
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Nach dem Dammbruch bei einer Eisenerzmine in Brasilien steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Mindestens 34 Menschen sind bei dem Unglück gestorben. Zuletzt wurden zudem noch rund 250 Menschen vermisst. Wenige von ihnen hätten Überlebenschancen, so die Regionalregierung des Bundesstaates Minas Gerais.

Am Samstag hattten sich rund 200 Feuerwehrleute und mehrere Hubschrauber an den Such- und Bergungsarbeiten am Unglücksort in Brumadinho beteiligt. Über 180 Überlebende wurden bisher gefunden und in Sicherheit gebracht.

Verantwortliche waren "gewarnt worden, dass der Damm kaputt gehen würde"

Betroffene kommentierten das Unglück vor Ort:

Rosilene Aganetti (57): "Mein Schwiegersohn arbeitet normalerweise in der Mine, aber glücklicherweise war er gerade auf Urlaub. Gott war sehr barmherzig mit meinem Leben, er hat meine Familie verschont, aber nicht meine Freunde."

William Silva (21): "Es wird kompliziert für den Minenkonzern Vale. Schon seit 2015 funktioniert dieser Damm nicht und wurde auch nicht mehr gewartet. Sie sagten, sie seien gewarnt worden, dass er kaputt gehen würde aber sie haben nichts getan. Sie warteten einfach darauf, dass es passiert. Jetzt, wo Familienväter und -Mütter gestorben und Häuser zerstört worden sind, ist es zu spät."

Bolsonaro verspricht Hilfe für Opfer

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich per Hubschrauberflug ein Bild von der Lage gemacht. Seine Regierung werde alles tun, um den Opfern zu helfen und für Gerechtigkeit zu sorgen, schrieb er auf Twitter.

Laut dem verantwortlichen Bergbaukonzern Vale ist es noch unklar, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Das Umweltministerium hat unterdessen eine Strafe in Höhe von 58 Mio Euro gegen Vale angekündigt.