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Brexit-Roadtrip: Wie ist die Stimmung in Schottland?

Brexit-Roadtrip: Wie ist die Stimmung in Schottland?
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Das Gezerre um den Brexit – es scheint kein Ende zu nehmen. Was halten die britischen Bürger davon? Mit dieser Frage im Gepäck reist NBC-Reporter Alexander Smith einmal quer durchs Vereinigte Königreich. Nächste Station: die schottische Hauptstadt Edinburgh.

"Die Menschen in meinem Land sind für den Verbleib in der EU"

In einem Pub in der Altstadt treffen wir den Koch und Brexit-Gegner Jamie McCormack. „Die Menschen in meinem Land sind für den Verbleib in der EU. England hat uns da rausgekickt. Wir haben beim Referendum nicht dafür gestimmt“, so McCormack.

Alexander Smith: „Aber wenn man jetzt ein zweites Referendum abhalten würde mit einem neuen Ergebnis… Wäre das nicht ein schlechtes Zeichen für die Demokratie?“

Jamie McCormack: „Ist es nicht ein schlechtes Zeichen für die Demokratie, dass man uns Schotten gegen unseren Willen aus der Europäischen Union zwingt? Schottland wird rausgezerrt aus der EU, obwohl es das nicht will. Nur wegen der Stimmen der Engländer.“

Alexander Smith: „Was ist mit den knapp 40 Prozent der Schotten, die für LEAVE gestimmt haben?“

Jamie McCormack: „Und die 63 Prozent die für STAY gestimmt haben?“

Alexander Smith: „Warum ist Ihnen Ihre schottische Identität so wichtig?

Jamie McCormack: „Gehen Sie einfach mal nach draußen und schauen Sie sich um.“

"Wir haben die Nase voll von dem Ganzen"

Und das tun wir. Am nächsten Morgen verlassen wir Edinburgh und fahren aufs Land. Einmal quer durch die atemberaubenden Highlands und bis nach Lossiemouth, eine Küstenstadt ganz im Norden Schottlands.

Weiter weg von Westminster wird uns unser Roadtrip nicht mehr führen. In Lossiemouth hat rund die Hälfte der Bevölkerung für den EU-Austritt gestimmt. Wir wollen herausfinden, warum.

Auch Sandra Campbell war für LEAVE: „ Ich habe dafür gestimmt, weil mein Bruder Fischer ist. Und für Fischer ist die EU nicht gut. Es kommen zum Beispiel Leute aus anderen Ländern zum Fischen zu uns, die zu Hause keine eigene Küste haben.“

Alexander Smith: „Und was sagen Sie zu denjenigen, die jetzt versuchen, den Brexit noch zu kippen?“

Sandra Campbell: “Ich denke, sie sollten den Dingen ihren Lauf lassen. Schauen, wie sich alles entwickeln wird. Die meisten von uns haben die Nase voll von dem Ganzen. Ich bin gegen ein zweites Referendum. Wir sollten den Brexit jetzt auch zu Ende bringen und abwarten, was dabei herauskommt.“

Alexander Smith: „Während der Brexit-Kampagne – hat man Sie da ausreichend über alle Fakten informiert?“

Sandra Campbell: „Nein. Ich finde nicht, dass wir genügend Informationen hatten, um die richtige, um eine sinnvolle Entscheidung zu treffen.“

Damit geht unser Roadtrip weiter – von den frostigen Stränden Schottlands nach Nordirland. Dort befürchten viele Menschen, dass ein harter Brexit einen jahrzehntealten, blutigen Konflikt neu entfachen könnte.