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Euronews-Umfrage: Nur jeder dritte Europäer sieht die EU positiv

Euronews-Umfrage: Nur jeder dritte Europäer sieht die EU positiv
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Nur jeder dritte Europäer steht der EU positiv gegenüber. Das ergab eine Umfrage im Auftrag von Euronews, die am Dienstag in London vorgestellt wurde. Der bevorstehende Brexit stand dabei im Mittelpunkt der Diskussion.

Unter den Rednern war auch Brexit-Vorreiter Nigel Farage. Trotz der jüngsten Ankündigung von Autobauer Honda, sein britisches Werk zu schließen, glaubt er, dass der Brexit eine Chance für Großbritannien bleibt.

"Die Automobilindustrie ist massiv auf dem Rückzug, nicht nur hier, sondern auch in Deutschland und in Frankreich", sagte Farage_. "Die Autoverkäufe gehen in der westlichen Welt und auch in Teilen von China zurück. Es gab einen großen Boom bei Autoherstellern, jetzt haben wir einen großen Einbruch. Aber der Punkt beim Brexit ist: Er gibt uns die Chance, wettbewerbsfähiger als unsere europäischen Nachbarn zu werden. Wenn die britische Regierung diese Chance ergreift, wird das auch für die gut für die Industrie sein."_

Exit vom Brexit noch möglich

Je näher der 29. März - der Tag des britischen Austritts - rückt, desto geringer werden die Chancen auf eine zweite Volksabstimmung. Doch einige Pro-Europäer sehen noch Chancen für einen Verbleib. So auch Rachel Johnson von "People's Vote":

"Wenn es darum geht, jede der Optionen vom Tisch zu nehmen, bleibt möglicherweise nur ein zweites Referendum übrig. Wenn Theresa May keinen Deal bekommt, gibt es keinen Deal. Aber wir wissen, dass es eine Mehrheit gegen eine No-Deal gibt. Wenn man einen No-Deal ausschliesst, wenn man Theresa May`s Deal und Neuwahlen ausschließt - dann bleibt nur eine Volksabstimmung¨ übrig."

Die EU braucht ein Zeichen aus London

Damit es dazu kommt, müsste die britische Regierung die EU bitten, den Brexit zu verschieben. Die schwedische Abgeordnete Anna Maria Corazza Bildt erklärte, dass sei zwar möglich. Aber dafür braucht die EU ein klares Signal aus London.

"Ich hoffe wirklich, dass London sich bewegt. Wir können nichts machen, solange es keine Anfrage gibt. Wenn sie um eine Verlängerung bitten, sollten wir darüber nachdenken. Bisher wurden wir nicht gefragt. Für das Volk ist es eine dringende Angelegenheit und diese Unsicherheit überschattet das Leben gewöhnlicher Menschen. "

Die Briten sind gespalten

Nicht nur in Grossbritannien hält der Brexit die öffen tlichkeit in Atem, sondern auch den Rest der Europäischen Union, wie die Euronews-Umfrage zeigt. 28% der Franzosen und Italiener glauben, dass das Vereinigte Königreich die EU bereits verlassen hat. Fast 60% der Deutschen sind sicher, dass der Brexit Grossbritannien schaden wird. Die Briten selbst sind in ihrer Haltung gegenüber der EU gespalten.

Wenige Monate vor der Europawahl im Mai ergab die Umfrage auch, dass mehr als die Hälfte der Deutschen und Italiener die Union eher positiv als negativ beurteilen. Im Gegensatz dazu haben nur 2 von 5 Franzosen ein positives Bild der EU.