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Vatikan äussert sich zu Pell-Urteil

Vatikan äussert sich zu Pell-Urteil
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Nachdem der australische Kardinal George Pell wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde, hat sich der Vatikan zu Wort gemeldet. Dort war Pell bis vor zwei Jahren Finanzchef und damit einer der engsten Vertrauten des Papstes. Dieser ließ über seinen Sprecher mitteilen, man wolle das Berufungsverfahren abwarten, bevor man weitere Maßnahmen gegen den schon seit 2017 vom Vatikan beurlaubten Geistlichen ergreife.

Alessandro Gisotti, Interimsprecher "Acting Holy See" erklärt:

"Das sind schmerzhafte Nachrichten. Wir sind uns bewusst, dass sie viele Menschen schockiert haben, nicht nur in Australien. Der australischen Justiz möchten wir unseren höchsten Respekt aussprechen."

Opferverbände erhoffen sich vom Urteil gegen den 77-Jährigen eine Signalwirkung. Für den Papst kommt es zur Unzeit. Er steht nach dem großen Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan, der ohne konkrete Abschlusserklärung zu Ende ging, ohnehin schon in der Kritik.

Leonie Sheedy ist CEO bei "Care Leavers Australasia", sie sagt:

"Die katholische Kirche ist zum Glück nicht mehr so mächtig wie früher, als wir Kinder waren. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie die Regierung beeinflussen konnte. Und das zu Recht. Zu lange wurden Kinder missbraucht, wie Bürger zweiter Klasse behandelt. Aber jetz t glaubt man uns endlich".

In dieser Kirche in Melbourne soll sich Kardinal Pell in den 90er Jahren an mindestens zwei minderjährigen Chorknaben vergangen haben. Das Strafmaß gegen den ranghohen Geistlichen muss noch verhandelt werden. Ihm drohen bis zu 50 Jahre Haft.