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Ex-Anwalt Cohen über Trump: "Er ist ein Rassist und ein Betrüger"

Ex-Anwalt Cohen über Trump: "Er ist ein Rassist und ein Betrüger"
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REUTERS/Jonathan Ernst
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Michael Cohen, ehemaliger Rechtsanwalt von Donald Trump, hat schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten erhoben. Cohen, der im Dezember wegen Steuerhinterziehung und Falschaussagen verurteilt wurde, sagte vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses:

„Ich schäme mich, weil ich weiß, was Herr Trump ist. Er ist ein Rassist. Er ist ein Hochstapler. Und er ist ein Betrüger. Ein Präsidentschaftskandidat, der wusste, dass Roger Stone mit Julian Assange von Wikileaks über die Veröffentlichung von E-Mails der Demokraten gesprochen hat“, so Cohen.

Außerdem sagte er, Trump habe für das Präsidentenamt kandidiert, um seine "eigene Marke" zu stärken und selbst nicht damit gerechnet, tatsächlich zu gewinnen. "Und als er das Amt übernahm, ist er zu der schlimmsten Version seiner selbst geworden."

Bei der Anhörung geht es um Schweigegeldzahlungen an Frauen, die Affären mit Trump gehabt haben sollen. Zudem geht es um den Präsidentschaftswahlkampf.

Cohen legte dem Kongress eine Kopie eines Schecks von Trumps persönlichen Konto vor. Damit möchte er beweisen, wie er Donald Trump am 1. August 2017 half, 35.000 Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zu zahlen.

Im August bekannte sich Cohen vor Gericht wegen Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung und anderer Anklagepunkte schuldig. Im November gab er zu, den Kongress belogen zu haben. Dabei ging es um den geplanten Bau eines Trump-Towers in Moskau, der letztlich nicht zustande kam. Zu dem Trump-Tower-Projekt hatte Cohen zunächst erklärt, die Pläne seien im Januar 2016 aufgegeben worden – also noch vor der ersten Abstimmung im Vorwahlkampf der Republikaner.

Später räumte er unter anderem ein, noch bis ungefähr Juni 2016 versucht zu haben, eine Genehmigung der russischen Behörden für das Projekt zu erhalten. Seine Bemühungen liefen also in der kritischen Phase von Trumps Wahlkampf weiter. In seinem Statement erklärte Cohen, Trumps Anwälte hätten seine Falschaussage vor dem Kongress vorab gesehen und redigiert.

Cohen war im Dezember zu drei Jahren Haft verurteilt worden und soll seine Strafe im Mai antreten. Seine Lizenz als Rechtsanwalt hat er bereits verloren. Trump und das Weiße Haus sind seit Monaten bemüht, Cohen als Lügner zu diskreditieren. Er steht bei der Anhörung vor dem Kongress unter Eid.

Schon zuvor hatte Trump diesen Aussagen, die in der Presse publik geworden waren, auf Twitter widersprochen. Cohen versuche damit nur, seine Gefängnisstrafe zu verkürzen.