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Die letzte Bastion: Angriff auf das Zeltdorf des IS

Die letzte Bastion: Angriff auf das Zeltdorf des IS
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In Baghus im Osten Syriens hat nach Angaben von kurdisch geführten Milizen der finale Angriff auf die letzte Bastion des IS in Syrien begonnen. Eigentlich sollte es ganz schnell gehen, aber die Milizen der Syrischen Demokratischen Kräfte hatten eine Feuerpause eingelegt.

Unser Reporter hat die Überreste des IS noch kurz vor dem Angriff als erbärmliches Zeltdorf erlebt. Von einem hochgelegenen Aussichtspunkt aus sieht er auf die Siedlung herab. Kleine IS-Flaggen wehen über den improvisierten Bauten, dazwischen fahren Männer auf Motorrädern herum.

Warum sie nicht einfach angreifen würden, fragt er einen kurdischen Kommandanten. Der Grund seien Hunderte Frauen und Kinder in dem Zeltdorf, so der Kommandant. Die wolle man nicht zu Märtyrern machen.

Wegen der Belagerung fehlt es an Wasser und Nahrungsmitteln. Zehntausende hätten den Ort verlassen, heißt es von den Milizen. Die, die gehen, haben offenbar Angst. Unser Reporter berichtet, alle würden ihm sagen, sie seien nur Köche und Reinigungskräfte. Keiner sage, er sei ein Kämpfer des IS.

Eine Gruppe von Frauen, die auf der Ladefläche eines LKWs sitzt, wird wütend, als sich der Reporter nähert. Die Frauen werfen mit Wasserflaschen nach ihm, und selbst Kinder machen das Zeichen des IS: ein in die Luft gestreckter Zeigefinger.

Der baldige Sieg über den IS scheint eine Glaubensfrage zu sein. Oder eine Frage der Perspektive. Ob der IS am Ende sei, fragt der Reporter eine der Frauen. Niemals, sagt sie. Als nächstes kommen wir zu euch.