Meteorologen warnen vor erheblichen Einschränkungen im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr. In Frankfurt wurden rund 100 Flüge gestrichen.
In Deutschland herrschen derzeit, vor allem in den Morgenstunden, Temperaturen zwischen minus 15 und minus 20 Grad. Am Montagmorgen setzt zunächst erneut Schneefall ein. Im Westen hält dieser jedoch nur kurz an - und geht rasch in Regen über. Daraus entwickelt sich das sogenannte "Blitzeis"- ein Garant für gefährliche Bedingungen auf den Straßen.
Der Deutsche Wetterdienst hat bundesweit eine Glatteiswarnung herausgegeben. Je nach Region gilt die zweithöchste Warnstufe bis 13.00 Uhr.
Am Frankfurter Flughafen wurden am Morgen wegen Schneefalls und Glatteiswarnungen zahlreiche Flüge gestrichen. Von den für den Tag geplanten 1.052 Flügen seien bislang 98 annulliert worden, teilte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport der dpa mit. Die Zahl der Ausfälle könnte im Laufe des Tages noch steigen.
Die Passagiere werden dringend gebeten, vor ihrer Reise den Status ihres Fluges zu überprüfen und für die Anreise aufgrund der Wetterlage mehr Zeit einzuplanen. Sie sollten mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal des Frankfurter Flughafens eintreffen.
Vorsicht bei scheinbar zugefrorenen Seen
Die Hamburger Behörden raten dringend davon ab, Eisflächen zu betreten: auch wenn ein See teilweise zugefroren aussieht, kann die Fläche jederzeit einbrechen. Auch Hamburg warnt vor Glatteis auf den Straßen.
In Bremen und Niedersachsen entfällt am Montag der Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler. In allen niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten wurde der reguläre Unterricht wegen der hohen Glatteisgefahr abgesagt.
In Schleswig-Holstein beginnt der Montag mit Schneefall, der später in Regen übergeht und auf gefrorenem Boden zu Glatteis führen kann. In Mecklenburg-Vorpommern hält sich der Frost, erst am Abend setzen Schnee und anschließend gefrierender Regen ein.
Schulausfälle und Schlitterpartien
Strenger Frost und Glätte prägen weiterhin das Wetter in Berlin und Brandenburg. Ab Mittag fällt regional Schnee, der am Nachmittag in gefrierenden Regen übergeht und zu Glatteis führt. Es kommt zu witterungsbedingten Problemen im S-Bahn-Verkehr: Reparaturen an den Weichen in den Stationen Westkreuz, Grunewald und Teltow Stadt sorgen am Montag für Verspätungen. Gefrierender Regen bleibt bis mindestens Dienstag ein Thema.
Aufgrund von Schneefall und Glättewarnungen fällt an vielen Schulen in Hessen am ersten Schultag nach den Winterferien der Unterricht aus. Betroffen sind unter anderem der Landkreis Waldeck-Frankenberg und der Rheingau-Taunus-Kreis, wo an mehreren Schulen der Präsenzunterricht ausgesetzt oder durch Distanzunterricht ersetzt wird.
Wie schon vergangenen Donnerstag warnt der DWD vor einer "Gefahr für Leib und Leben", vor allem in weiten Teilen Baden-Württembergs. Auch dort droht Eisregen mit lebensgefährlicher Glätte. Für große Teile des Landes gilt die zweithöchste Warnstufe vor Glatteis. Mit erheblichen Einschränkungen auf allen Verkehrswegen ist bis in den späten Nachmittag zu rechnen.
In Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen akuter Glatteisgefahr im Distanzunterricht. Nach Angaben der Landesregierung wird lediglich eine Notbetreuung angeboten.
Aufgrund akuter Glatteisgefahr entfällt in Aschaffenburg, im gleichnamigen Landkreis sowie im Landkreis Miltenberg der Präsenzunterricht. Im Landkreis Nürnberger Land entfällt der Präsenzunterricht teilweise. Auf www.unterrichtsausfall.Bayern.de heißt es, dass die Sicherheit auf den Schulwegen heute in diesen Regionen nicht gewährleistet werden könne.
Die Deutsche Bahn rechnet am Montag aufgrund der angekündigten Glatteisgefahr mit Einschränkungen im Betrieb und Verspätungen. Vorsorglich wurde auf einzelnen Schnellfahrstrecken die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert, teilt die Bahn auf ihrer Website mit.
Grundsätzlich gilt: Wer nicht dringend auf das Autofahren angewiesen ist, sollte besser darauf verzichten. Und wenn es sein muss: umsichtig und mit Gefühl fahren. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto in der Regel lieber stehen lassen, warnt der ADAC.
Ab Mittwoch soll es vorübergehend wärmer werden, dann ist die Blitzeisgefahr erst einmal vorbei.