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250 NGOs schreiben Brief an Merkel: "Sterben im Mittelmeer verhindern"

250 NGOs schreiben Brief an Merkel: "Sterben im Mittelmeer verhindern"
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Angesichts der vielen ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer haben mehr als 250 zivilgesellschaftliche Organisationen Angela Merkel zum Handeln aufgefordert. Europäische Politiker würden die Seenotrettung unmöglich machen und somit tausendfaches Sterben in Kauf nehmen. In ihrem offenen Brief an die Kanzlerin fordern NGOs wie Ärzte ohne Grenzen nun klare Maßnahmen.

Appell: "Seenotrettung muss durchgeführt werden"

Philipp Frisch (Ärzte ohne Grenzen): "Dass die Seenotrettung durchgeführt werden muss, dass die Menschen, die gerettet werden, an sichere Orte gebracht werden, dass sie dort aufgenommen werden und dass niemand mehr auf der - im Moment - tödlichsten Fluchtroute der Welt über das Mittelmeer nach Europa sterben muss. Und da erwarten wir uns von Frau Merkel auch ein Zeichen gegenüber den anderen europäischen Ländern und ihren Kolleginnen und Kollegen."

Der Brief wurde außerdem von Pro Asyl, Amnesty International, Sea-Watch, SOS Méditerranée, Seebrücke, Diakonie, Caritas, der Paritätischen, Brot für die Welt und dem Deutschen Gewerkschaftsbund unterzeichnet.

Mittelmeer-Route: 2.275 Tote im vergangenen Jahr

Laut den Vereinten Nationen ist die Flucht über das Mittelmeer im vergangenen Jahr noch lebensgefährlicher geworden. Jeden Tag kamen dabei im Durchschnitt sechs Menschen ums Leben. Grund dafür sei die Einschränkung der Such- und Rettungseinsätze. Zuletzt hatte auch die EU ihren Marineeinsatz Sophia gestoppt und kann nun keine Migranten mehr aus Seenot retten.

"Keine Rückkehr nach Libyen"

Die zivilgesellschaftlichen Organisationen bezeichnen es in ihrem Brief an Merkel als "Skandal", dass zivile Helfer kriminalisiert würden, die der unterlassenen Hilfeleistung der europäischen Staaten nicht weiter zusehen wollten. Das Bündnis, darunter Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, Seenotrettungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gewerkschaften und Jugendverbände, fordert eine Neuausrichtung der Politik: Flüchtlinge müssten solidarisch auf Länder verteilt werden. Zudem müsse es Städten und Kommunen ermöglicht werden, freiwillig zusätzliche Schutzsuchende aufzunehmen. Nach Libyen dürften Gerettete wegen der verheerenden Menschenrechtslage dort auf keinen Fall zurückgebracht werden.