EU Brexit-Gipfel: diesmal geht es wirklich um die Wurst

EU Brexit-Gipfel: diesmal geht es wirklich um die Wurst
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Wenn am Mittwoch die britische Premierministerin Theresa May in Brüssel eintrifft, wird sie sich dessen bewusst sein, dass das Endspiel um die Beziehungen ihres Landes zur EU begonnen hat. Es geht um die Wurst bei diesem Gipfel: wird man sich im letzten Moment auf einen Kompromiss einigen können, oder wird das Vereinigte Königreich die Union am Freitag um Mitternacht ohne ein Austrittsabkommen verlassen?

Die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs sind häufig genug den roten Teppich im neuen Ratsgebäude entlanggeschritten und haben nach einer Lösung für den Brexit gesucht. Ihr Geduldsfaden ist sehr dünn geworden. Sie könnten eine Verlängerung des Austrittsprozesses um ein Jahr anbieten, wenn das den gordischen Knoten lösen kann, aber eine Verlängerung von solcher Dauer wird für Theresa May zu Hause auch nicht leicht zu verkaufen sein.

Die Journalisten, die erneut massenhaft die Pressebereiche bevölkern werden, sind mit mindestens zwei gegensätzlichen Haltungen in der EU konfrontiert: auf der einen Seite der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, der einen hohen Preis für eine lange Verlängerung fordern könnte, auf der anderen der irische Taoseach Leo Varadkar, der um jeden bezahlbaren Preis das Chaos verhindern will, das ein No-Deal-Brexit in Irland auslösen würde. Aber auch für das übrige Europa wird das Geschehen hier weitreichende Folgen haben.

Großbritannien wird versuchen, so viel Flexibilität als möglich zu bekommen, um zu Hause doch noch eine parlamentarische Mehrheit für ein Austrittsabkommen zu erreichen. Brüssel wird die möglichen Komplikationen zu vermeiden versuchen, die das mit sich bringen kann.

Wie auch immer das Resultat des Gipfels aussehen wird: Es wird den Status Quo beenden. Was ihn ersetzen wird, will noch niemand vorhersagen.