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TV-Duell: Showdown der spanischen Spitzenkandidaten

TV-Duell: Showdown der spanischen Spitzenkandidaten
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Beim ersten TV-Duell der vier wichtigsten spanischen Kandidaten vor der Parlamentswahl hatte nach Meinung der Beobachter Albert Rivera, der Chef der liberalen spanischen Partei Ciudadanos die Nase vorn. Viele Wähler hat die Vierer-Debatte allerdings nicht sonderlich begeistert. Ein Stimmungsbild in Madrid.

"Die wollten doch gar nicht diskutieren, für sie war das wie ein Wahlkampfmeeting", sagt ein Mann. "Die Menschen sind ihnen egal. Das Niveau ist ziemlich niedrig."

"Inhaltlich war Pablo Iglesias bei Weitem der Beste", findet eine Frau. "Albert Rivera hat auf denselben Ideen herumgekaut, ohne sie zu entwickeln Pablo Casado war so gut wie abwesend. Ich denke, wir sollten die Arbeit des Ministerpräsidenten schätzen, er hat einiges geleistet. "

"Es gab kaum echte Lösungsansätze für die vielen Probleme in Spanien", beklagt eine junge Frau hinzu.

Ein zentrales Thema war der Umgang mit den Separatisten der Konfliktregion Katalonien. Nicht nach jedermanns Geschmack, erklärt ein Mann. "Ich sorge mich um meinen Vater, der mehr als 2000 Euro pro Monat für ein Altersheim zahlen muss, in dem er nicht mal gut versorgt wird. Das bewegt und schockiert mich. Nicht der Konflikt in Katalonien, das ist mir egal."

Casado ruhiger, Rivera aggressiv

Ganz genau zugeschaut beim TV-Duell hat der spanische Polit-Experte Antoni Gutiérrez-Rubi. Das ist ihm besonders aufgefallen: "Pablo Casado war weniger aggressiv und hyperaktiv als das, was er während des Wahlkampfs als Chef der konservativen Volkspartei gezeigt hat.

Pedro Sánchez wich kontroversen Fragen aus und war darauf bedacht, Fehler zu vermeiden. Rivera ergriff ständig die Initiative, fuhr den anderen ins Wort und zeigte Umfragen und Fotos. Er war eindeutig am Aggressivsten.

Die Überraschung des Abends war für mich Pablo Iglesias. Er legte ein gemäßigtes Verhalten an den Tag und verteidigte die Verfassung. Das war meiner Meinung nach ein geschickter Schachzug, die spanische Verfassung als Argument für den linken Flügel zu nutzen."

Argumente sind in der Tat gefragt: 40 Prozent der Spanier wissen nicht, wen sie an diesem Sonntag wählen wollen.