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Danubepark: Projekt zum Schutz der blauen Lebensader Europas

Danubepark: Projekt zum Schutz der blauen Lebensader Europas
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Die Donau ist der längste Fluss Europas. Das alte Flussbett hat viele Veränderungen durchlebt, zahlreiche Tier- und Pflanzenarten in und am Fluss sind vom Aussterben bedroht. Zum Schutz dieses Ökosystems, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung mit Unterstützung der Europäischen Kohäsionspolitik, denn die Natur setzt sich über nationale Grenzen hinweg.

Die Donau wurde gefilmt, gemalt, besungen und vor allem geliebt, besonders von denen, die an ihren Ufern leben und auch ihre unberechenbare Seite kennen. So auch Beata, die im österreichischen Orth an der Donau wohnt: "Wir besuchen die Donau-Auen mindestens einmal im Monat. Wasserstand ist immer anders. Ungefähr vor sechs Monaten im Herbst wollten wir auch eine Wanderung unternehmen. Das Wasser war so hoch, dass wir kaum über die kleine Brücke gehen konnten. Und das müssen wir akzeptieren, dass die Natur stärker ist als wir."

Wir müssen akzeptieren, dass die Natur stärker ist als wir

Georg Frank ist Biologe und der Projektleiter von Danubeparks, einem Netzwerk der Donauschutzgebiete, die sich durch zehn Länder ziehen. Es koordiniert Aktionen und Daten. So wurden beispielsweise die Donauinseln als schützenswerte Naturschätze registriert.

Georg Frank berichtet: "Wir wissen jetzt, dass es in der Donau mehr als 900 Inseln gibt, und das Besondere ist, dass 147 davon noch völlig unberührt sind. Und im Rahmen unserer Initiative setzen wir uns für den Schutz der letzten wilden Donauinseln ein, eine Gesamtfläche von mehreren 10.000 Hektar."

Das Danubeparks-Netzwerk setzt sich für den Schutz des Donaubeckens ein, das der 2885 Kilometer lange Fluss durchzieht. Das Budget dafür beträgt drei Millionen Euro, wovon 2,6 Millionen die Kohäsionspolitik der Europäischen Union beisteuert.

Das Donaubecken bietet Lebensraum für 5000 Tierarten und 2000 Pflanzenarten.

Der König der Donau ist am Verschwinden

Die Mitarbeiter von Danubeparks haben einige Vorzeigearten besonders im Blick und setzten sich für den Schutz ihrer Lebensräume ein. Dadurch werden auch andere Tiere und Pflanzen geschützt.

Einige dieser Arten, wie etwa den Stör, kann man im Nationalparkzentrum von Orth bewundern. Dieser Fisch, einst der König der Donau, ist am Verschwinden. Einer der Gründe, sind österreichische Wasserkraftwerke, die ihnen den Weg abschneiden.

Georg Frank erklärt: "Die Schlüsselfiguren für den Schutz der Störe, sind unsere Regionalpartner im unteren Donaubecken, denn dort gibt es noch starke Störpopulationen. Wichtig wäre auch, die Wasserkraftwerke passierbar für Störe zu machen Das ist knifflig. Hier in Österreich gibt es mittlerweile nur noch eine Stör-Art."

Zwanzig Jahre Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen für Navigation und Wasserwirtschaft haben einige Resultate in der Wiederherstellung des natürlichen Lebensraumes gezeitigt.

Attila Fersch, der Vizedirektor des ungarischen Tertö-Hansag Nationalparks erklärt: "70-75% der ungarischen Donau-Biotope und Lebensräume, die zu diesem Projekt gehörten, sind in gutem Zustand. Der Zustand der übrigen 25% ist wahrscheinlich unkritisch, aber wir müssen zusammenarbeiten."

Im Donaubecken leben mehr als 83 Millionen Menschen.