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Wie EU-Forscher gegen Designerdrogen vorgehen

Wie EU-Forscher gegen Designerdrogen vorgehen
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EU-Wissenschaftler entwickeln Methoden, um "neue psychoaktive Substanzen" (NPS), auch bekannt als "Designerdrogen" oder "Legal Highs", zu identifizieren. In den vergangenen Jahren ist der Markt dafür ständig gewachsen. Für euronews hat Claude Guillou, Leiter des Drogenlabors der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) im italienischen Ispra, die aktuelle Situation beschrieben:

"Diese neuen psychoaktiven Substanzen stellen einen Paradigmenwechsel von unserer Vorstellung des Drogenhandels dar. Hier geht es um kleine Mengen, kleine Beutel von wenigen Gramm. Wir sind weit von der Vorstellung entfernt, dass Kokain kiloweise in Koffern transportiert wird. Die Herausforderung für die Kontrollbehörden besteht darin, eine Vielzahl von Molekülen in kleinen Paketen zu identifizieren, die durch die Post verschickt werden. In der Regel hat es der Zoll mit weißem Pulver zu tun, das anonym eingeführt oder mit falschen Zolldeklarationen versehen ist. Wenn man die Substanzen analysiert, stimmen die Ergebnisse nicht mit der Deklaration überein.

_Das sind zum Beispiel Pulver, die von den Zollbehörden beschlagnahmt wurden. In Europa kommt es häufig vor, dass diese Produkte aufgearbeitet, neu verpackt und oft mit einer chemischen Identifikation versehen werden, die dem entspricht, was sie wirklich sind. Sie werden dann weiterverteilt und in E-Shops verkauft.

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Sie haben ähnliche chemische Eigenschaften wie bereits bekannte Drogen. Aber es gibt Variationen, ein bisschen wie Viren, wir erleben Mutationen dieser Drogen, je nach Marktlage. Wenn eine Droge für illegal erklärt wird, kommt oft in den folgenden Monaten eine Variation davon in Umlauf. Das ist der schwierige Teil für die Kontrollbehörden, sie müssen trotz dieser Mutationen Schritt halten und immer in der Lage sein, die neu auftretenden Substanzen zu identifizieren.

Der Markt wächst, er erscheint attraktiv und harmlos. Aber man sollte wissen, dass diese Produkte wahrscheinlich nie getestet wurden, nicht einmal an einem Tier. Und das erste Tier, das sie testen wird, ist vielleicht ein Mensch."