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Kirgistan: Schönheits-Operationen boomen

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In Kirgistan geht es vielen jungen Frauen wie Alina Makhmedova: Sie hält ihre Augen für zu schmal und ausdruckslos. Sie tapet ihre Augenlider, um ein europäischeres Aussehen zu bekommen. Aber der Effekt reicht ihr nicht - Alina überlegt, sich operieren zu lassen.

Anderthalb Jahre Wartezeit

Anderthalb Jahre müsste sie allerdings auf einen Termin warten. Denn das Geschäft mit der sogenannten Blepharoplastik - der plastischen Operation von Augenlidern - boomt in dem ehemaligen Sowjetstaat. Jährlich werden rund 4.000 Schönheitsoperationen durchgeführt.

Während der Operation macht der Chirurg einen Schnitt in den Muskel, der das Auge umgibt und formt dann ein Lid. Isken Kachkinbayev, plastischer Chirurg in Bischkek erklärt, dass die Zahl der plastischen Operationen von Stunde zu Stunde wachse: "Wir spüren jeden Tag den Bedarf an neuen Schönheitsoperationen."

Die SchönheitsOP - ein Geschenk der Mutter

Cholpon Adzhibayeva hat sich schon mehrmals operieren lassen. "Ich hatte meine erste Operation, als ich 16 war", erzählt sie. "Es war ein Geschenk meiner Mutter."

Viele Eltern unterstützen ihre Kinder in dem Wunsch nach größeren Augen, steht ein europäischer Look doch für Wohlstand und Schönheit.

Mangelnde Selbstakzeptanz

Aber es gibt auch Kritik an dem Trend. Laura Omuralieva ist Psychologin. Sie glaubt, dass der Wunsch schön zu sein, eine weltweite Tendenz sei. Das treibe viele an, ihr Aussehen zu verändern. "Wenn wir aber tiefer schauen, sehen wir, dass diese Frauen sich selbst nicht akzeptieren", sagt Omuraliev.

Für viele der mehrheitlich muslimischen Kirgisinnen und Kirgisen sind Schönheitsoperationen allerdings "haram" - also nach der Scharia verboten.