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Spahn will Verbot von Konversionstherapien für Homosexuelle

Spahn will Verbot von Konversionstherapien für Homosexuelle
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Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sogenannte Konversionstherapien verbieten, mit denen versucht wird, Homosexuelle umzuerziehen.

"Konversionstherapien machen krank und sind nicht gesund", sagte Spahn. Er will noch dieses Jahr einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringen.

Seit diesem Frühjahr arbeitet eine Expertenkommission an dem Thema. Fachlich wird sie von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld begleitet. Nach Angaben Spahns kommen nun zwei wissenschaftliche Gutachten zu dem Schluss, dass ein Verbot aus medizinischer Sicht geboten und rechtlich möglich sei. Ende August soll der Abschlussbericht der Kommission veröffentlicht werden.

Jörg Litwinschuh-Barthel von der Magnus-Hirschfeld-Stiftung zufolge müsse von Tausenden Fällen pro Jahr in Deutschland ausgegangen werden, in denen Homosexuelle durch fragwürdige Methoden umerzogen werden sollen. Das reiche vom familiären Umfeld, Coaches und Therapeuten über Gebete bis hin zu Exorzismus, sagte Litwinschuh-Barthel.

Auch die Bundesländer hatten sich schon für ein Verbot solcher Konversionstherapien ausgesprochen. Mitte Mai hatte der Bundesrat in einer Entschließung die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu prüfen.

Homosexualität in Deutschland erst seit 1994 legal

Vor genau 25 Jahren hat der Bundestag den Paragraphen 175 abgeschafft und damit Homosexualität in Deutschland legalisiert.

Bis zum 11. Juni 1994 war Homosexualität in Deutschland noch strafbar - obwohl schon seit 1969 erwachsene Homosexuelle nicht mehr wegen "Unzucht" strafrechtlich verfolgt wurden.

Seit 2001 ist die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare möglich, seit 2015 auch die Adoption leiblicher Kinder des Partners. Mittlerweile dürfen auch Adoptivkinder des Lebenspartners adoptiert werden. 2017 kam dann die Ehe für alle.