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Crans Montana Forum: Vernetzung für mehr Frieden auf der Welt

Crans Montana Forum: Vernetzung für mehr Frieden auf der Welt
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Sind Frieden, Entwicklung und Stabilität zu einem Traum geworden? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich das Crans Montana Forum, das zum 30. Mal in Genf stattfand. Die seit 1986 bestehende internationale Nichtregierungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine bessere Welt aufzubauen. Ihr Hauptziel ist die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit durch die Förderung bewährter Verfahren und die Förderung eines ständigen Dialogs zwischen Entscheidungsträgern im öffentlichen und privaten Sektor. Das Crans Montana Forum organisiert mehrere Veranstaltungen pro Jahr. Jedes der weltweit organisierten Foren (Brüssel, Genf, Rabat, Dakhla, Wien, Barcelona, Crans-Montana, Bukarest, Budva, Baku, Zagreb, Rom, Sarajevo, Tirana, Athen, Malta, Bahrain) bietet Unternehmen und Regierungsbeamten Möglichkeiten, ihre Partnerschaftsbeziehungen zu vernetzen und zu stärken.

"Hier in Genf wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg der Völkerbund, der Vorläufer der Vereinten Nationen, gegründet. 100 Jahre später bietet die neutrale Schweiz die ideale Plattform, um darüber zu diskutieren, was es braucht, damit die Welt friedlicher wird", erklärt euronews-Reporterin Charlotte Kan. _"Deshalb veranstaltet Genf seit 30 Jahren das Crans Montana Forum. Dort treffen sich jedes Jahr Regierungschefs, Wirtschaftsbosse und Vertreter internationaler Organisationen, um sich auf internationaler Ebene auszutauschen und stärker zusammenzuarbeiten."
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Dialog für eine bessere Völkerverständigung

Die mehrmals jährlich in verschiedenen Regionen der Welt stattfindende Veranstaltung ermöglicht einen ständigen Dialog zwischen Entscheidungsträgern des öffentlichen und privaten Sektors.

"Das Forum hat sich nie - egal in welche Richtung - politisch engagiert", erklärt Jean-Paul Carteron, Gründer und Ehrenvorsitzender des Crans Montana Forums. _"Wir wählen Themen aus, die sich auf das Miteinander in der Welt beziehen. Am Anfang war es unser Ziel, nach dem Fall des Kommunismus eine Brücke zwischen den jungen demokratischen Ländern Osteuropas und dem Westen zu schlagen. Heute umfasst unser Wirkungskreis die ehemalige Sowjetunion, ganz Europa, den Nahen Osten, den Golf und Afrika."
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Ein Schlüsselfaktor ist Vernetzung

Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen in der Welt startete das Forum mit der Frage: Sind Frieden, Entwicklung und Stabilität ein Traum geworden? Eine Antwort darauf ist die Ost-Mittelmeer-Kooperation, die das Forum anlässlich seines 30-jährigen Bestehens gestartet hat. Denn von Italien bis hin zu Russland und Aserbaidschan haben Adria- und Schwarzmeer-Anrainerstaaten das Potenzial, zu Schlüsselakteuren der regionalen wirtschaftlichen Integration und Entwicklung zu werden.

"Man kann sich Schifffahrtsrouten als eine Art Autobahn vorstellen", erklärt Vittorio Torbianelli von der Hafenbehörde östliche Adria: "Man kann sie nutzen, um Kooperationen zwischen den Regionen zu entwickeln, z.B. die Einführung von Instrumenten zur Handelserleichterung, weitere ausgewogene Entwicklungssysteme, z.B. Investitionen in eine logistische Plattform in Industriegebieten im Zusammenhang mit Seekanälen. Sie können eine Mittlerrolle zwischen Unternehmen und auch bei internationalen Beziehungen spielen".

Schifffahrtswege und Häfen gewinnen an Bedeutung

Schifffahrts-Korridore sind als Einflussfaktoren wieder interessant: Wie zu Zeiten Marco Polos haben beispielsweise die italienischen Adriahäfen das Potenzial, wichtige Knotenpunkte zu werden, die den Osten mit dem Rest der Welt und vor allem mit Afrika verbinden.

"Insbesondere eine Verbindung der neuen Seidenstraße mit Westafrika wäre für uns von Vorteil, denn sie wird den Handel in der Region befördern, zur Verbesserung unserer Finanzen beitragen und auch notwendige Arbeitsplätze für unsere Jugend schaffen", hofft Inatma Coomber, Direktorin der Verwaltung für maritime Angelegenheiten in Sierra Leone..

Und Maria Magdalena Grigore, Staatssekretärin im rumänischen Außenhandelsministeriums meint: "Vernetzung ist nicht nur für eine Region wichtig, sondern sollte der übergeordnete Bestandteil jeder Strategie sein, wenn es um Verkehr oder um internationale Beziehungen geht. Zeit ist immer Geld, kann man die Zeit verkürzen, bedeutet das auch, dass diese Korridore, diese Netzwerke und Routen wettbewerbsfähiger werden."

Sind Frieden, Entwicklung und Stabilität ein Traum geworden? Während sich einige Staaten abschotten, machen andere das Gegenteil und öffnen sich gegenüber der Welt.