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Indigene Völker: Kultur und Lebensraum zunehmend bedroht

Indigene Völker: Kultur und Lebensraum zunehmend bedroht
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Indigene Völker, sie stellen laut UN weniger als fünf Prozent der Weltbevölkerung, machen aber 15 Prozent der ärmsten Erdbewohner aus. Zudem ist ihre Kultur bedroht: Alle zwei Wochen stirbt laut UN eine der 4000 indigenen Sprachen aus.

Grund genug, am Internationalen Tag der Indigenen Völker, den die Vereinten Nationen am 9. August begehen, Alarm zu schlagen. In Brasilien sind die Urvölker derzeit besonders gefährdet: Denn seit dem Amtsantritt von Präsident Jair Bolsonaro hat die Abholzung des Regenwaldes zugenommen. Er hatte im Wahlkampf angekündigt, "keinen Zentimeter" mehr für indigene Reservate herzugeben. Zudem gibt es zunehmend Berichte über Angriffe gegen Indianer, vermutlich durch Goldsucher und Holzfäller.

Brasilianische Schriftstellerin: "Betreiben Politik der Auslöschung"

Die indigene Schriftstellerin Eliane Potiguara fühlt sich an die Militärdiktatur erinnert: "Meiner Meinung nach ist der Neo-Faschismus in Brasilien angekommen. Sie betreiben eine Politik der Auslöschung, des Genozids. Es wiederholt sich. Land wird überfallen, so dass in indigenen Gebieten Morde passieren. Für mich betreibt die Bolsonaro-Regierung Völkermord."

Als indigene Völker gelten die Nachfahren der ersten Siedler eines Gebiets. Dazu gehören neben den Indianer in Nord- und Südamerika unter anderem auch die Aborigenes in Australien, die Karen in Südostasien, die Inuit in der Arktis oder die Pygmäen in Zentralafrika. Laut Weltbank leben sie auf fast einem Viertel der weltweiten Landfläche. Durch ihre Lebensweise erhalten sie demnach 80 Prozent der globalen Artenvielfalt. Gleichzeitig sind sie durch den Klimawandel besonders bedroht, nicht nur wegen des Verlusts ihres Lebensraumes, sondern auch durch neu aufkommende Krankheiten.

Kritik am Freihandelsabkommen zwischen EU und Mercosur-Staaten

Zum Internationalen Tag der indigenen Völker beteuerte die EU, sie stehe zu ihrer Verpflichtung, indigene Sprachen und Kulturen zu verteidigen und zu fördern, da Urvölker überproportional von Armut, Klimawandel und Gewalt, darunter auch Gewalt gegen Frauen, betroffen seien.

Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen rufen Brüssel jedoch dazu auf, das mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten beschlossene Freihandelsabkommen zu beenden oder neu zu verhandeln, da dieses den Kurs der brasilianischen Regierung stütze.