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Mord mit dem Fahrrad in Moabit: Russland doch verwickelt?

Mord mit dem Fahrrad in Moabit: Russland doch verwickelt?
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Polizei Berlin
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Nach dem Mord an einem Tschetschenen mit georgischem Pass um die Mittagszeit in einem Park in Berlin-Moabit am 23. August sucht die Polizei nach weiteren Zeugen. Zudem wird in den Medien weiter zu den Verbindungen des festgenommenen 49-Jährigen aus Russland recherchiert.

Die 7. Mordkommission hat ein Foto des Verdächtigen veröffentlicht, dieser Mann, gegen den ein Haftbefehl vorliegt, schweigt. Zudem suchen die Ermittler mit Fotos vom Fahrrad und einem E-Tretroller, mit dem der mutmaßlliche Mörder aus Russland nach den Schüssen geflohen war, nach Hinweisen zum Hintergrund.

Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst?

Wie der SPIEGEL sowie die Recherche-Netzwerke Bellingcat und The Insider ermittelt haben, ist der Festgenommene offenbar mit einer falschen Identität über den Flughafen Charles de Gaulle in Paris nach Europa eingereist. Und er soll Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst haben. Der SPIEGEL schreibt: "Die Reisepassnummer des Tatverdächtigen führt zu einer Einheit im Moskauer Innenministerium, die in der Vergangenheit bereits Dokumente für den Militärgeheimdienst GRU ausgestellt hat."

Russland hat Verbindungen offizieller Stellen zurückgewiesen

"Dieser Fall hat natürlich nichts mit dem russischen Staat und seinen Behörden zu tun", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow zwei Tage nach dem Mord. Für weitere Informationen verwies der Vertraute von Präsident Wladimir Putin an das Außenministerium in Moskau - etwa zur Frage, ob es sich bei dem Tatverdächtigen um einen russischen Staatsbürger handele.

Gegen den 49-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Nach Angaben des russischen Außenministeriums liegt noch keine Bestätigung vor, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Russen handele. Sprecherin Maria Sacharowa sagte zunächst: "Ich habe extra versucht zu klären, ob jemand Dokumente gesehen hat, die die russische Staatsbürgerschaft dieses Menschen belegen. Bislang werden nur Kopien von Dokumenten gezeigt." Vertreter Russlands hätten bislang keine Originaldokumente gesehen.

Entsprechende Medienberichte über eine mögliche Spur nach Russland kommentierte die Sprecherin mit einer Gegenfrage: "Welche deutschen Medien haben darüber geschrieben, dass dahinter russische Strukturen stecken?" Sie fügte ironisch hinzu: "Bislang sieht es so aus, sagen wir mal, wie Teil einer "Informationskampagne"." Die russische Botschaft in Berlin stehe in Kontakt mit den deutschen Ermittlern, sagte Maria Sacharowa.

Die 7. Mordkommission stellt unterdessen die folgenden Fragen:

Wer hat den Beschuldigten zwischen dem 20. August 2019 und der Tat am 23. August 2019 gesehen?

Wer kann Hinweise zu seinen Aufenthaltsorten in diesem Zeitraum geben?

Wer kennt den Beschuldigten und kann sonstige Angaben zu ihm machen?

Wer kann Angaben zu dem abgebildeten Fahrrad (Hersteller: Commencal) machen?

Wer kann Angaben zu dem abgebildeten E-Scooter (VOLTeBoard M400 pro) machen?

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