Eilmeldung

Bahamas: Zahl der Hurrikan-Toten auf mindestens 20 gestiegen

Bahamas: Zahl der Hurrikan-Toten auf mindestens 20 gestiegen
Copyright
Reuters
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

"Wir erwarten, dass diese Zahl noch steigt"

Hurrikan «Dorian» hat auf den Bahamas eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und noch mehr Menschenleben gefordert als bislang bekannt. Inzwischen wurde der Tod von 20 Menschen bestätigt, wie die Regierung der Bahamas am Mittwoch mitteilte. «Wir erwarten, dass diese Zahl noch steigt», sagte Premierminister Hubert Minnis auf einer Pressekonferenz. Erste Hilfslieferungen erreichten am Mittwoch die schwer getroffenen Gebiete. Viele Menschen wurden noch immer vermisst, einige warteten weiter auf Rettung.

Der Wirbelsturm der höchsten Gefahrenstufe hatte fast drei Tage auf den Bahamas gewütet und dann etwas an Kraft verloren. Auf seinem Weg entlang der US-Ostküste gewann er in der Nacht zum Donnerstag wieder an Stärke und wurde zur Kategorie drei von fünf hochgestuft. Derzeit erreicht der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde.

«Dorian» hatte am Sonntag zuerst die Abaco-Inseln im Nordosten des Karibikstaates getroffen - mit Windböen von fast 300 Kilometern pro Stunde. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Am Montag zog «Dorian» langsam nach Westen über die Insel Grand Bahama und erst am Mittwoch vollständig über das Land hinweg, so dass die Rettungseinsätze auch auf Grand Bahama beginnen konnten.

Reuters
Hurrikan-FolgenReuters

70. 000 Menschen brauchen Hilfe

Nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators Marc Lowcock benötigen rund 70 000 Menschen - also fast jeder fünfte Einwohner der Bahamas - dringend Hilfe zum Überleben. Die Bevölkerung brauche akut Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Notunterkünfte, erklärte er aus den Bahamas. Die Flughäfen seien überschwemmt oder beschädigt, auch Verbindungsstraßen könnten nicht genutzt werden. Teile der Inseln seien immer noch von der Außenwelt abgeschnitten, erklärte Lowcock. Es gebe keine Stromversorgung und nur stark eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten. Es sei daher zu befürchten, dass die Zahl der Todesopfer «bedeutend ansteigen» werde.

Regierungschef Minnis sprach von einer außerordentlichen Welle der Unterstützung aus dem In- und Ausland. Er hatte sich am Mittwoch in einem Hubschrauber der US-Küstenwache aus der Luft ein Bild der Lage auf Grand Bahama gemacht. Es habe umfangreiche Schäden gegeben, viele Menschen seien in Notunterkünften. Auch die psychologischen Folgen seien nicht zu unterschätzen, sagte Minnis.

Plünderungen: Mehr Polizisten und Soldaten im Einsatz

Der Premier ging auch auf Berichte über Plünderungen in den verwüsteten Gebieten ein. Die Täter würden mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt, kündigte er an. Zusätzliche Sicherheitskräfte seien bereits auf die Abaco-Inseln geschickt worden. Hinzu kämen demnächst Angehörige des Militärs von Jamaika.

Reuters
Hurrikan-Folgen auf den BahamasReuters

US-Präsident Donald Trump sicherte den Bahamas in einem Telefonat mit Minnis «alle angemessene Hilfe» der USA zu, wie das Weiße Haus mitteilte. Die US-Küstenwache ist bereits mit Hubschraubern auf den Inseln südöstlich des US-Bundesstaats Florida im Einsatz. Weitere Hilfe sollte folgen, ein Einsatz des US-Militärs stand im Raum. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau telefonierte nach eigenen Angaben mit Minnis und sicherte Hilfe zu. Großbritanniens Marine schickte ein Schiff mit Lebensmitteln.

Der Hurrikan zog am Mittwoch weiter Richtung Norden, entlang der Südostküste der USA - zunächst deutlich abgeschwächt als Hurrikan der Kategorie zwei. Er kam der Küste Floridas am Mittwoch sehr nahe und brachte heftigen Wind und Regen. Anders als ursprünglich befürchtet, traf «Dorian» die US-Küste aber nicht direkt.

Die Meteorologen halten es für möglich, dass der Sturm am Donnerstag oder Freitag in North oder South Carolina auf Land treffen könnte. Für die Küstenregionen der beiden Bundesstaaten sowie für Georgia und Virginia warnten die Experten vor «lebensbedrohlichen Sturmfluten und gefährlichen Winden». In den betroffenen Gebieten wurde vorsorglich der Notstand verhängt, die Behörden ordneten die Evakuierung von weiten Teilen der Küste an.

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.