Eilmeldung

Chef von griechischem Flüchtlingslager gibt auf

Chef von griechischem Flüchtlingslager gibt auf
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Chef von griechischem Flüchtlingslager gibt auf

Der Leiter des viel kritisierten Flüchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos gibt auf. "Ich gehe mit erhobenem Kopf...Ich bin müde". Mit dieser Begründung ist Giannis Balbakakis zurückgetreten.

Er war seit 2016 Chef des Lagers - als der EU-Türkei Flüchtlingspakt in Kraft trat - und konnte seitdem beobachten, wie die Zustände auf der griechischen Insel immer chaotischer wurden.

"Ich bin bis jetzt geblieben, weil die Situation wegen der starken Flüchtlingsströme schwierig war, aber jetzt muss ich mich um mich selber kümmern, deswegen trete ich zurück. Oft war die öffentliche Wahrnehmung uns gegenüber unfair. In einem auf 3000 Menschen ausgelegten Lager leben über 10.000 Menschen, das ist offensichtlich, dass dies Probleme verursacht".

Humanitäre Organisationen kritisieren seit Jahren die Zustände in diesem und anderen Lagern auf den Inseln im Osten der Ägäis.

Giannis Balpakaki: "Die EU hat vieles mitfinanziert, meiner Meinung nach wurde Griechenland durch die Flüchtlingskrise nicht finanziell belastet . Es wäre unfair zu sagen, dass die Europäische Kommission uns nicht geholfen hat. Andererseits haben die anderen Länder nicht die Flüchtlinge bei sich aufgenommen, wie sie es sollten. Das ist eine Bürde für uns und eine enorme Belastung. Wir sind nicht bei den Zahlen von 2015, aber die Flüchtlingsströme haben in den letzten Monaten wieder zugenommen."

Sein Rat für seinen Nachfolger auf diesem schwierigen Posten: "Er muss von ganzem Herzen alles geben, um zu versuchen, all diesen Menschen zu helfen, die hierher kommen. Er muss es auf humanitäre Weise angehen. Er sollte sich auch um die Menschen kümmern, mit denen er zusammenarbeitet und ein starkes Pflichtgefühl haben. Wenn seine Kollegen psychisch zusammenbrechen, bricht das ganze System zusammen."

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.