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Psychomagie: Kunst, die heilt

Psychomagie: Kunst, die heilt
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**Alejandro Jodorowsky hat in Lyon sein neuestes Werk präsentiert. Der Dokumentarfilm "Psychomagie: Un art pour guérir" zeigt die Entwicklung seiner kreativen und therapeutischen Arbeit.

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"Psychomagie: Un art pour guérir" (auf deutsch so viel wie "Psychomagie: Kunst, die heilt") heißt der neue Dokumentarfilm von Alejandro Jodorowsky, einem Filmemacher und multidisziplinären Künstler, der eine eigene Methode entwickelte, um mit Traumata umzugehen:

Der Chilene mit jüdischen Wurzeln erklärt: "Die Psychomagie arbeitet mit poetischen Akten, Erfahrungen. Die Psychoanalyse kostet und kann mehrere Jahre dauern. Psychomagie ist kostenlos."

Mit seiner Frau, der Künstlerin und Designerin Pascale Montandon, schafft Jodorowsky seit Jahren ein gemeinsames Bildwerk. Im Alter von 90 Jahren reflektiert der Visionär über die Dimension der Zeit:.

"Zeit existiert: Ich existiere gleichzeitig in meiner Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Ich bin, wer ich sein werde. Und was ich sein werde, ist vollständig in uns allen angelegt. Die Zukunft ist da, in uns allen, in der Welt, in jedem Objekt, in jedem Wesen. Die Zukunft, die Vergangenheit und die Gegenwart sind eins."

Künstlerische Heilmethode

Der Kultregisseur zeigte seine Dokumentation im Kino Comoedia in Lyon. Nach der Vorpremiere gab es viele Fragen zu Jodorowskys kreativem und therapeutischem Werk, zu seiner Heilmethode. Der Künstler erklärt:

_"Zuerst erstelle ich einen Stammbaum. Ich schaue mir die Familie an: Brüder und Schwestern bis hin zu den Urgroßeltern. Dann ziehe ich meine Schlussfolgerungen aus den Ursachen der Probleme. Es dauert eine Stunde, bis ich einen psychomagischen Akt vorschlage, den die Person selbst ausführen muss: Sie heilt sich selbst.´"
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In einem seiner jüngsten Tweets sagt er: "Viele Dinge erscheinen uns unmöglich, bis wir versuchen, sie zu machen."

Das Geheimnis der Psychomagie

Im Interview mit der euronews-Reporterin Escarlata Sanchez versucht er zu erklären, worin das Geheimnis der Psychomagie leigt: "Die Magie ist alles, was geheimnisvoll und positiv in unserem Leben ist, aber wir wissen nicht, was es ist. Es ist die unbewusste Welt. Die mysteriöse Welt, die in unserem Gehirn ist. Niemand kennt sein Gehirn vollständig, so wie wir unseren Planeten Erde im Inneren nicht vollständig kennen. Genauso wie wir nicht wissen, wie oder warum das Universum erschaffen wurde."

Der Film zeigt neben der kreativen Methode der individuellen Selbstheilung Akte der kollektiven Heilung in Chile und Mexiko.

Ein Besucher der Vorpremiere nach der Vorstellung: "Es war sehr intensiv und sehr stark. Es ist wie bei den Heilern in Mexiko, die durch Metaphern und Symbole heilen. All das erinnert mich an mein Land. Ich komme aus Chiapas, Mexiko, einem Land der Heiler. Deshalb hat es mich sehr berührt."

Jodorowskys Methode ist von Zen-Buddhismus, Alchemie und Tarot beeinflusst: "Ich möchte, dass das Kino genutzt wird, um spirituelle Probleme zu heilen, meine und die der Menschheit. Ich möchte, dass das Kino den gleichen Wert hat wie ein heiliger Text", so Jodorowsky. "Ich will, dass wir tief in uns selbst forschen."

Finanzierung über Crowdfunding

Der Film wurde teilweise über eine Crowfonding-Plattform finanziert: Dort wurden mehr als 162.000 Euro eingesammelt. Fast 2.500 Personen beteiligten sich an der Finanzierung des Dokumentarfilms. Seine jüngsten Filme "Poésie sans fin" und "La danse de la réalité" wurden auf die gleiche Weise finanziert. Der dritte Teil dieser Trilogie fehlt noch.

_Der Dokumentarfilm "Psychomagie: Un art pour guérir" läuft ab 2. Oktober im französischen Kino.
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