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Von unten gefilmt: IAAF reagiert auf Kritik weiblicher Athletinnen zu Startblock-Kameras

Gina Lückenkemper hat sich über die Kameras beschwert
Gina Lückenkemper hat sich über die Kameras beschwert -
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Reuters
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Die International Association of Athletics Federations (IAAF) hat sich bereit erklärt, den Einsatz ihrer neuen "Block Cam"-Technologie einzuschränken. Hintergrund sind die Sorgen von Athletinnen, dass dabei auch der Intimbereich gefilmt wird.

Die deutsche Sprinterin Gina Lückenkemper sagte am Wochenende in einem Interview, sie halte die Kameras für "unangenehm" und "es sei sicherlich keine Frau an der Entwicklung" der Ausrüstung beteiligt gewesen.

"Ich habe diese Blöcke noch nie zuvor gesehen. Ich glaube nicht, dass diese Kamera so cool ist, wie sie so nach oben filmt", sagte sie in einer weiteren Erklärung, die Euronews von ihrem Sprecher per E-Mail erhalten hat.

"Wir in diesen kurzen Sachen wir müssen da immer drüber steigen, das ist ziemlich unangenehm, das finde ich ziemlich doof als Frau", sagte Lückenkemper gegenüber der ARD.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) habe sich bei der IAAF beschwert, "weil die Kamera den Schritt gefilmt hat", so Lückenkemper weiter.

Auch ihre Kollegin Tatjana Pinto fand es "sehr fragwürdig, die Kamera da zu platzieren"

"Wir sind nicht die Einzigen, die protestiert haben."

Explosion von Energie

Die Kameras, die während der Weltmeisterschaft in Katar als "bahnbrechende Technologie" vorgestellt wurden, "um Sportfans einen frischen Blick auf die IAAF zu ermöglichen", bestehen aus zwei kleinen Geräten, die in den Startlöchern installiert sind.

Sie sind so konzipiert, dass sie das Gesicht des Athleten in den Sekunden vor dem Startschuss und die "Explosion von Energie" zu Beginn des Rennens sehen aufzeichnen können.

Aber sowohl Athleten als auch Zuschauer haben festgestellt, dass ein solcher Winkel "etwas eigenartig" ist.

In einer Stellungnahme sagte der DLV, er habe im Namen von Lückenkemper und ihrer Sprinterkollegin Tatjana Pinto Beschwerde eingereicht. Der Dachverband IAAF hat daraufhin entschieden, die "Blockcam"-Bilder während die Athleten auf den Block gehen geschwärzt werden.

"Die Videodaten werden täglich gelöscht", so der DLV weiter. Lückenkemper zeigte sich mit der Entscheidung vorsichtig zufrieden: "So werden wir zwar in den Schritt gefilmt, aber es bekommt keiner zu sehen und die Bilder verschwinden vom Server. Darauf müssen wir an der Stelle vertrauen."

Euronews hat die IAAF für eine Stellungnahme kontaktiert.

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