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Impeachment-Ermittlungen: Schlüsselzeuge EU-Botschafter Sondland belastet Trump

Impeachment-Ermittlungen: Schlüsselzeuge EU-Botschafter Sondland belastet Trump
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Bei den Impeachment-Ermittlungen in den USA hat Gordon Sondland,US-Botschafter bei der EU, Präsident Donald Trump belastet und zentrale Vorwürfe der Demokraten bekräftigt. Der Schlüsselzeuge sagte im US-Repräsentantenhaus aus, er habe beim Thema Ukraine auf ausdrückliche Anordnung Trumps mit dessen persönlichem Anwalt Rudy Giuliani zusammengearbeitet. Giuliani habe ein «Quid pro quo» - also eine Gegenleistung - für ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Trump im Weißen Haus verlangt, so Sondland. Trump hat das stets dementiert.

Gordon Sondland: "Wie ich bereits sagte, verlangte Herr Giuliani eine Gegenleistung für die Organisation eines Besuchs von Präsident Selenskyj im Weißen Haus. Herr Giuliani forderte die Ukraine

auf, eine öffentliche Erklärung abzugeben, in der Untersuchungen der US-Präsidentschaftswahl 2016, des Server-Hacks beim Democratic National Committee und von Burisma angekündigt werden. Herr Giuliani drückte die Wünsche des Präsidenten der Vereinigten Staaten aus, und wir wussten, dass diese Untersuchungen für den Präsidenten wichtig waren."

Der Sohn des demokratischen Präsidentschaftskandidaten für die Wahl 2020, Hunter Biden, saß bis April dieses Jahres im Vorstand des ukrainischen Gaskonzerns Burisma. Trump wirft den Bidens Korruption vor.

Sondland sagte weiter, er sei auch zu der Erkenntnis gelangt, dass eingefrorene Militärhilfe für die Ukraine erst freigegeben werde, wenn die Ukraine Untersuchungen ankündige:

"Ich weiß, dass die Mitglieder dieses Ausschusses diese komplizierten Fragen häufig vereinfachen: Gab es eine Gegenleistung? Wie ich zuvor im Hinblick auf die Anfrage des Weißen Hauses und das Treffen dort ausgesagt habe, lautet die Antwort Ja"

Einen Verdacht der Demokraten bestätigte Sondland nicht: «Ich habe nie vom Präsidenten gehört, dass die (Militär-) Hilfe von der Ankündigung von Untersuchungen abhängig ist», sagte er. Das sei vielmehr seine «persönliche Annahme» gewesen.

Dennoch bringen die neuen Aussagen Trump in Bedrängnis. Der Präsident hatte sich bereits nach der nicht-öffentlichen Aussage Sondlands von seinem Botschafter bei der EU distanziert. Am 8. Oktober hatte Trump noch auf Twitter geschrieben, Sondland sei «ein wirklich guter Mann und ein großartiger Amerikaner.» Einen Monat später sagte er: «Ich kenne diesen Herrn kaum.»

Sondland ist kein Karriere-Diplomat, er ist ein Unternehmer aus dem Hotelgewerbe. Er hatte dem Trump-Team nach Trumps Wahlsieg eine Million Dollar gespendet - und wurde später
zum Botschafter bei der EU ernannt.

su mit dpa

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