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Léman Express - S-Bahn grenzenlos

Léman Express - S-Bahn grenzenlos
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Dieser Ingenieur geht in den Untergrund: Eine Etage unter einer der verkehrsreichsten Städte Europas ist es noch ganz still. Das wird sich bald ändern: Ab dem 15. Dezember werden hier in Genf die S-Bahnzüge des "Léman Express" fahren. Heute ist Endkontrolle der Station Genève-Champel - eine von insgesamt 45 Stationen.

Sie ist Teil eines 330 Millionen Euro teuren Eisenbahnprojekts, das Genf, die Region am Genfer See und die Alpen verbinden soll - grenzübergreifend. Denn auch die französischen Grenzstädte wie Annemasse und Bellegarde oder Annecy und der Skiort Megève in Savoyen "fahren" mit. 230 Kilometer lang ist das Netz mit sechs Linien - das größte grenzüberschreitende regionale Eisenbahnnetz Europas. Die Bahnen fahren im 15-Minuten-Takt.

Mario Werren, Vorstandschef der Betreibergesellschaft Lémanis, freut sich auf die Jungfernfahrt: "Ich bin sehr stolz darauf, dabei sein zu können, wenn der erste "Léman Express" fährt. So viele Menschen haben an diesem gigantischen Projekt gearbeitet. Diese S-Bahn ist nicht nur für die Stadt Genf wichtig, sondern auch für die gesamte Region, in der mehr als eine Million Menschen leben."

Der "Léman Express" soll helfen, den drohenden Verkehrskollaps in und um Genf abzuwenden. Autofahrer verbringen hier mehr Zeit im Stau als in Shanghai, Berlin oder Toronto. Experten glauben, dass mit der S-Bahn der Autoverkehr um bis zu zwölf Prozent reduziert werden kann. Mario Werren glaubt an den Erfolg des Projekts: "Es ist wichtig, dass es ein modernes Schienennetz gibt, das eine hohe Mobilität ermöglicht. Das war bislang wirklich mangelhaft - abgesehen von lokalen Netzen und ein paar Bussen. Jetzt haben wir ein Schienennetz, das viele Menschen mit schnellen Zügen befördern kann und die Städte in dieser Region verbindet".

Noch ist es hier sehr ruhig, aber wenn diese Station in gut zwei Wochen eröffnet wird, wird sie Teil eines Liniennetzes mit täglich über 50.000 Passagieren sein. Viele Fahrgäste werden aus dieser Richtung kommen - Pendler aus Frankreich. Sie kommen zur Arbeit nach Genf und fahren abends wieder nach Hause - über die Grenze.

Die Fahrkarten können am Automaten in Euro und in Schweizer Franken bezahlt werden. Das Wechselgeld kommt auf Schweizer Seite allerdings in Franken heraus. Schweizerische und französische Triebfahrzeuge werden gemeinsam auf den Gleisen unterwegs sein. Die Lokführer wechseln aber an der Grenze. Eine Menge Herausforderungen für Planer wie Jean-Michel Bringolf, Projektleiter für den Bahnhof Genf-Champel: "Das Netz muss an andere Verkehrssysteme angeschlossen und an die öffentliche Infrastruktur angeschlossen werden. Zum Beispiel sind wir hier am Bahnhof Champelle mit dem Spital verbunden - einem der größten Krankenhäuser der Schweiz".

Endkontrolle erfolgreich: am 15. Dezember - pünktlich um 5.05 Uhr - kann hier also der erste "Léman Express" fahren.

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