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Rohingya-Genozid: Myanmar muss sich in Den Haag verantworten

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Rohingya-Genozid: Myanmar muss sich in Den Haag verantworten
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Die Regierungschefin von Myanmar Aung San Suu Kyi wird ihr Land gegen die Vorwürfe des Rohingya-Genozids in Den Haag verteidigen. Zwei Jahre nach Beginn des Völkermordes beginnt ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof.

Die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi wird dort auf den Vorwurf des Massenmord an der mulimischen Minderheit reagieren. 2017 kam es zur größten Vertreibung in der Geschichte des Landes, 720.000 Rohingyas flohen in wenigen Monaten ins das Nachbarland Bangladesch. Suu Kyi hatte die Handlungen der Armee nie verurteilt.

Rashida ist 25 Jahre alt und flüchtete aus Myanmar: "Die Soldaten verbrannten das Haus meines Vaters. Als sie das taten, waren meine Eltern drinnen. Sie wurden lebendig verbrannt. Das Militär hat ihnen alles genommen."

Auf einem nur wenige Meter breiten Landstrich warteten damals tausende Rohingyas darauf, in ein Flüchtlingslager in Bangladesch zu gelangen. Sie waren wochen- oder monatelang hier gestrandet. Kutupalong war das größte Flüchtlingslager im Südosten Bangladeschs. Über 600.000 Menschen kamen hier unter. Die überwiegenden Mehrheit der Rohingyas haben keine dokumentierte Myanmar-Nationalität und keinen Flüchtlingsstatus.

Zannat Ara: "Das Militär kam zu uns nach Hause und sie nahmen meinen Mann mit. Ich war schwanger. An diesem Abend kamen sie auch zu mir. Sie brachten mich raus und fünf, sechs, sieben Soldaten vergewaltigten mich."

Euronews traf den Flüchtling Mohammed Nurul Islam im provisorischen Lager Leda. Er verlor fünf Mitglieder seiner Familie, darunter zwei Töchter, seine Brüder und Schwestern. Mohammed Nurul Islam: "Ich sah wie Menschen entführt wurden, ich sah Gruppenvergewaltigungen, Kinder, die getötet wurden, indem man sie ins Feuer warf. Mein Dorf wurde niedergebrannt."

Myanmar steht unter internationalem Druck, weltweit wurden diverse Klagen gegen das Land eingereicht. Aus eigenen Untersuchungen gingen bisher nur wenige Strafverfolgungen hervor. Hoffnung auf Aufklärung liegt jetzt auf dem Verfahren am Internationalen Strafgerichtshof.

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